Publikationen der GMALL-Studiengruppe

2015

Gokbuget N. [Current treatment of acute lymphoblastic leukemia in adults]. Internist (Berl). 2015;56(4):344-53. PMID: 25776794. doi: 10.1007/s00108-014-3595-6.

Neumann M, Vosberg S, Schlee C, Heesch S, Schwartz S, Gokbuget N, Hoelzer D, Graf A, Krebs S, Bartram I, Blum H, Bruggemann M, Hecht J, Bohlander SK, Greif PA, Baldus CD. Mutational spectrum of adult T-ALL. Oncotarget. 2015;6(5):2754-66. PMID: 25595890.

Topp MS, Gokbuget N, Stein AS, Zugmaier G, O'Brien S, Bargou RC, Dombret H, Fielding AK, Heffner L, Larson RA, Neumann S, Foa R, Litzow M, Ribera JM, Rambaldi A, Schiller G, Bruggemann M, Horst HA, Holland C, Jia C, Maniar T, Huber B, Nagorsen D, Forman SJ, Kantarjian HM. Safety and activity of blinatumomab for adult patients with relapsed or refractory B-precursor acute lymphoblastic leukaemia: a multicentre, single-arm, phase 2 study. Lancet Oncol. 2015;16(1):57-66. PMID: 25524800. doi: 10.1016/s1470-2045(14)71170-2.

2014

Ergebnisse der GMALL B-ALL / NHL Studie 2002

Kommentiert von Dieter Hoelzer - ONKOLOGIKUM Frankfurt am Museumsufer

Ende 2014 wurden die Ergebnisse der GMALL B-ALL/NHL Studie 2002 publiziert. Es handelt sich um die größte prospektive Burkitt Lymphom/Leukämie (Burkitt-NHL) Studie weltweit mit 98 Prüfzentren. Die Patienten (n = 363, 16-85 Jahre) erhielten zu 6 Chemotherapiezyklen jeweils Rituximab an Tag -1 und 2 Erhaltungszyklen. Die CR-Rate verbesserte sich auf 88 %, Gesamt- (> 7 Jahre) und progressionsfreies Überleben konnten mit 80 % und 71 % signifikant um > 20 % verbessert werden. Prognosefaktoren waren IPI, aaIPI, Alter und Geschlecht mit überraschenderweise besserem Survival der männlichen Patienten (84 % vs. 70 %).
In einer anderen Publikation (Dunleavy K et al. N Engl J Med. 2013) wurde berichtet, dass mit einem „low dose-adjusted EPOCH-R regimen“ mit kontinuierlicher Infusion der Zytostatika ähnlich gute Ergebnisse erzielt wurden. Erhebliche Einschränkungen für diese monozentrische Studie sind die extrem lange Rekrutierungszeit von 9 Jahren (!) für nur 30 Patienten, davon nur 3 Hochrisiko-Patienten, eine Risikoverteilung, die nicht dem Burkitt-NHL entspricht. Diese Ergebnisse sind nur glaubhaft, wenn sie in einer größeren prospektiven Studie, welche alle Patienten einschließt und als multizentrische Studie angelegt ist, überprüft werden. Diese geplante Studie steht aus (Hoelzer D. Clin Adv Hematol Oncol. 2014).

Hoelzer D, Walewski J, Dohner H, Viardot A, Hiddemann W, Spiekermann K, Serve H, Duhrsen U, Huttmann A, Thiel E, Dengler J, Kneba M, Schaich M, Schmidt-Wolf IG, Beck J, Hertenstein B, Reichle A, Domanska-Czyz K, Fietkau R, Horst HA, Rieder H, Schwartz S, Burmeister T, Gokbuget N, German Multicenter Study Group for Adult Acute Lymphoblastic L. Improved outcome of adult Burkitt lymphoma/leukemia with rituximab and chemotherapy: report of a large prospective multicenter trial. Blood. 2014;124(26):3870-9. PMID: 25359988. doi: 10.1182/blood-2014-03-563627.

SNPs als Risikofaktoren der B - Linien ALL

Kommentiert von Thomas Burmeister - Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, Charité, Berlin

Komplett-Genom-Analysen bei der pädiatrischen ALL haben bestimmte Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) als Risikofaktoren für die Entstehung einer ALL im Kindesalter identifiziert. Unklar war jedoch insbesondere vor dem Hintergrund der charakteristischen Altersabhängigkeit der ALL mit einem Häufigkeitsgipfel im frühen Kindesalter, ob diese genetischen Risikofaktoren auch für die ALL im Erwachsenenalter Gültigkeit haben. Im Kontext der GMALL wurde diese Fragestellung anhand von 7 verschiedenen SNPs in verschiedenen Genen bei erwachsenen ALL-Patienten untersucht. Als Referenz diente ein Kollektiv von Blutspendern aus Deutschland. Folgende SNPs wurden als Risikofaktoren für eine B-Linien-ALL im Erwachsenenalter identifiziert: rs4132601 (IKZF1), rs7089424 (ARID5B), rs2239633 (CEBPE). Das relative Risiko ist individuell gering (OR homozygot um 1,6 bis 2,4). Da diese SNPs in der Bevölkerung häufig vorkommen, kann man aber schätzen, dass statistisch etwa 10-20 % der erwachsenen ALL-Fälle dadurch verursacht sind. Die bisher identifizierten genetischen Risikofaktoren scheinen somit bei pädiatrischer und Erwachsenen-ALL weitgehend identisch.

Burmeister T, Bartels G, Groger D, Trautmann H, Schwartz S, Lenz K, Tietze-Burger C, Viardot A, Wasch R, Horst HA, Reinhardt R, Gokbuget N, Hoelzer D, Kneba M, Bruggemann M. Germline variants in IKZF1, ARID5B, and CEBPE as risk factors for adult-onset acute lymphoblastic leukemia: an analysis from the GMALL study group. Haematologica. 2014;99(2):e23-5. PMID: 24497567. doi: 10.3324/haematol.2013.090720.

Vergleich von Chimärismus- und MRD-Monitoring zur Vorhersage eines Rezidivs bei ALL nach SZT

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

In der Publikation von Terwey und Kollegen wird ein hochaktuelles Thema der Therapieoptimierung bei ALL aufgegriffen. Die persistierende minimale Resterkrankung (MRD) nach Induktion und Konsolidation (molekulares Therapieversagen) oder das erneute Auftreten von minimaler Resterkrankung (molekulares Rezidiv) stellen das derzeit wichtigste Hoch-Risikomerkmal bei der ALL des Erwachsenen dar. Bei den Patienten besteht die Indikation für eine Stammzelltransplantation (SZT) und ggf. eine experimentelle Therapie, um ein offenes Rezidiv zu verhindern und das MRD-Niveau vor Transplantation zu senken. Bisher standen für Erwachsene nur wenige Daten zur Bedeutung der MRD nach Transplantation zur Verfügung. Terwey et al. berichten über serielle Analysen von MRD und Chimärismus vor und nach SZT im Rahmen der GMALL-Studien. Patienten mit ansteigendem gemischtem Chimärismus zeigten eine erhöhte Rezidivrate. Bei einem Teil der Patienten wurden auch MRD-Bestimmungen durchgeführt, die eine deutlich höhere Sensitivität als die Chimärismusbestimmungen aufwiesen. Trotz kleiner Fallzahlen konnte eine signifikant höhere Rezidivrate (86 %) für Patienten mit molekularem Rezidiv nach SZT gezeigt werden als bei Patienten mit anhaltender molekularer Remission (7 %). Wegen der höheren Sensitivität der MRD-Bestimmung im Vergleich zur Chimärismusuntersuchung ist die mediane Zeit zwischen Nachweis der Resterkrankung und Rezidiv länger. Bereits jetzt ist in den GMALL-Studien vorgesehen, MRD nach Transplantation konsequent zu messen und bei molekularem Rezidiv auch therapeutisch einzugreifen.

Terwey TH, Hemmati PG, Nagy M, Pfeifer H, Gökbuget N, Brüggemann M, Le Duc TM, le Coutre P, Dörken B, Arnold R. Comparison of chimerism and minimal residual disease monitoring for relapse prediction after allogeneic stem cell transplantation for adult acute lymphoblastic leukemia. Biol Blood Marrow Transplant. 2014 Oct;20(10):1522-9. PMID: 24907626. doi: 10.1016/j.bbmt.2014.05.026.

Topp MS, Gokbuget N, Zugmaier G, Klappers P, Stelljes M, Neumann S, Viardot A, Marks R, Diedrich H, Faul C, Reichle A, Horst HA, Bruggemann M, Wessiepe D, Holland C, Alekar S, Mergen N, Einsele H, Hoelzer D, Bargou RC. Phase II trial of the anti-CD19 bispecific T cell-engager blinatumomab shows hematologic and molecular remissions in patients with relapsed or refractory B-precursor acute lymphoblastic leukemia. J Clin Oncol. 2014;32(36):4134-40. PMID: 25385737. doi: 10.1200/JCO.2014.56.3247.

Bartram I, Gokbuget N, Schlee C, Heesch S, Fransecky L, Schwartz S, Stuhlmann R, Schafer-Eckhart K, Starck M, Reichle A, Hoelzer D, Baldus CD, Neumann M. Low expression of T-cell transcription factor BCL11b predicts inferior survival in adult standard risk T-cell acute lymphoblastic leukemia patients. Journal of hematology & oncology. 2014;7(51. PMID: 25023966. doi: 10.1186/s13045-014-0051-y.

Herold T, Baldus CD, Gokbuget N. Ph-like acute lymphoblastic leukemia in older adults. N Engl J Med. 2014;371(23):2235. PMID: 25470705. doi: 10.1056/NEJMc1412123#SA1.

Koschmieder S, Burmeister T, Bruggemann M, Berkemeier A, Volpert S, Wieacker P, Silling G, Gokbuget N, Muller-Tidow C, Berdel WE, Stelljes M. Molecular monitoring in NUP214-ABL-positive T-acute lymphoblastic leukemia reveals clonal diversity and helps to guide targeted therapy. Leukemia. 2014;28(2):419-22. PMID: 24048416. doi: 10.1038/leu.2013.272.

Neumann M, Seehawer M, Schlee C, Vosberg S, Heesch S, von der Heide EK, Graf A, Krebs S, Blum H, Gokbuget N, Schwartz S, Hoelzer D, Greif PA, Baldus CD. FAT1 expression and mutations in adult acute lymphoblastic leukemia. Blood Cancer J. 2014;4(e224. PMID: 24972153. doi: 10.1038/bcj.2014.44.

Zugmaier G, Topp MS, Alekar S, Viardot A, Horst HA, Neumann S, Stelljes M, Bargou RC, Goebeler M, Wessiepe D, Degenhard E, Gokbuget N, Klinger M. Long-term follow-up of serum immunoglobulin levels in blinatumomab-treated patients with minimal residual disease-positive B-precursor acute lymphoblastic leukemia. Blood Cancer J. 2014;4:244. PMID: 25192414. doi: 10.1038/bcj.2014.64.

2013

Therapie älterer Patienten mit ALL bedarf besonderer Anstrengungen

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Der Übersichtsartikel beschreibt die besonderen Probleme in der Behandlung älterer Patienten mit ALL und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Ziel des Managements älterer Patienten sollte die auf den individuellen Zustand zugeschnittene Therapie sein. Mit mäßig intensiven, altersadaptierten Therapiekonzepten können auch bei älteren Patienten mit ALL Remissionsraten über 80 % erreicht werden. In jedem Fall sollten prospektiv definierte Therapieansätze favorisiert werden. Auch bei älteren Patienten darf nicht auf die komplette diagnostische Charakterisierung verzichtet werden, und die Bestimmung der minimalen Resterkrankung ist essentiell für die Bewertung des Therapieverlaufs. Wegen der mangelnden Daten zu klinischen Verläufen und auch zur biologischen Charakterisierung ist die Meldung und Dokumentation sowie die Biomaterialeinsendung bei älteren Patienten äußerst wünschenswert und kann über das GMALL-Register erfolgen.

Gökbuget N. How I treat older patients with ALL. Blood. 2013 Aug 22;122(8):1366-75. PMID: 23673859. doi: 10.1182/blood-2012-07-379016.

Die Gabe von Imatinib nach SZT ist essentiell für verbesserte Heilungschancen bei Ph/BCR-ABL-positiver ALL

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Die GMALL-Studiengruppe hat in einer randomisierten Studie unter Leitung von Oliver Ottmann die prophylaktische Gabe mit der MRD-basierten Gabe von Imatinib nach Stammzelltransplantation (SZT) bei Ph/BCR-ABL-positiver ALL verglichen. Es konnte gezeigt werden, dass durch die prophylaktische Gabe die Rate der molekularen Rezidive auf 40 % reduziert werden konnte. Molekulare Rezidive waren mit einem signifikant erhöhten Rezidivrisiko verbunden. Trotz dieser Unterschiede war das Gesamtüberleben in beiden Therapiearmen vergleichbar und mit 80 % für die prophylaktische und 74 % für die MRD-getriggerte Gabe sehr vielversprechend. Dieses günstige Ergebnis wurde erreicht, obwohl bei einem relevanten Teil der Patienten Imatinib wegen Unverträglichkeiten abgesetzt werden musste. Insgesamt ist die Gabe von Imatinib nach SZT essentiell. Dabei erscheint die prophylaktische Gabe günstiger, auch weil so molekulare Rezidive vermieden werden. Wichtig ist die Umstellung der Therapie bei der Persistenz molekularer Rezidive auf hohem Niveau.

Pfeifer H, Wassmann B, Bethge W, Dengler J, Bornhäuser M, Stadler M, Beelen D, Vucinic V, Burmeister T, Stelljes M, Faul C, Dreger P, Kiani A, Schäfer-Eckart K, Schwerdtfeger R, Lange E, Kubuschok B, Horst HA, Gramatzki M, Brück P, Serve H, Hoelzer D, Gökbuget N, Ottmann OG; GMALL Study Group. Randomized comparison of prophylactic and minimal residual disease-triggered imatinib after allogeneic stem cell transplantation for BCR-ABL1-positive acute lymphoblastic leukemia. Leukemia. 2013 Jun;27(6):1254-62. PMID: 23212150. doi: 10.1038/leu.2012.352.

Weitere genetische Charakterisierung der early T-cell precursor ALL

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Die early T-cell precursor (ETP) ALL ist in die Gruppe der early T-ALL einzuordnen und innerhalb dieser Gruppe unreifer T-ALLs durch besondere Merkmale im Hinblick auf Oberflächenmarker und molekulare Veränderungen abzugrenzen. Insgesamt wird die early T-ALL, die einen Anteil von etwa 6 % aller Fälle von Erwachsenen-ALL hat, als Hochrisiko-Gruppe der ALL eingestuft. Im Gegensatz zu Studien bei Kindern konnte bei Erwachsenen innerhalb der early T-ALL keine weitere ungünstige Bedeutung der ETP-ALL nachgewiesen werden. Dennoch ist die weitere molekulare Charakterisierung dieser Subgruppe vor allem im Hinblick auf die Entwicklung zielgerichteter Therapien interessant. In der aktuellen Arbeit der Berliner Arbeitsgruppe um Claudia Baldus konnte nun gezeigt werden, dass mehr als 60 % der erwachsenen Patienten mit ETP-ALL mindestens eine genetische Läsion aufweisen, die als potentielle Struktur für zielgerichtete Therapien dienen könnte. Dazu gehören Mutationen von DNMT3A, FLT3 oder NOTCH1.

Neumann M, Heesch S, Schlee C, Schwartz S, Gökbuget N, Hoelzer D, Konstandin NP, Ksienzyk B, Vosberg S, Graf A, Krebs S, Blum H, Raff T, Brüggemann M, Hofmann WK, Hecht J, Bohlander SK, Greif PA, Baldus CD. Whole-exome sequencing in adult ETP-ALL reveals a high rate of DNMT3A mutations. Blood. 2013 Jun 6;121(23):4749-52. PMID: 23603912. doi: 10.1182/blood-2012-11-465138.

Raff T, Kaiser M, Gokbuget N, Luschen S, Ritgen M, Trautmann H, Reutzel R, Hoelzer D, Kneba M, Bruggemann M. Uncovering early, lineage-dependent effects of TPMT genotype in adult acute lymphoblastic leukemia by minimal residual disease. Leukemia. 2013;27(4):989-92. PMID: 23014567. doi: 10.1038/leu.2012.275.

Burmeister T, Molkentin M, Schwartz S, Gokbuget N, Hoelzer D, Thiel E, Reinhardt R. Erroneous class switching and false VDJ recombination: molecular dissection of t(8;14)/MYC-IGH translocations in Burkitt-type lymphoblastic leukemia/B-cell lymphoma. Mol Oncol. 2013;7(4):850-8. PMID: 23673335. doi: 10.1016/j.molonc.2013.04.006.

Coskun E, Neumann M, Schlee C, Liebertz F, Heesch S, Goekbuget N, Hoelzer D, Baldus CD. MicroRNA profiling reveals aberrant microRNA expression in adult ETP-ALL and functional studies implicate a role for miR-222 in acute leukemia. Leuk Res. 2013;37(6):647-56. PMID: 23522449. doi: 10.1016/j.leukres.2013.02.019.

Heesch S, Neumann M, Schwartz S, Bartram I, Schlee C, Burmeister T, Hanel M, Ganser A, Heuser M, Wendtner CM, Berdel WE, Gokbuget N, Hoelzer D, Hofmann WK, Thiel E, Baldus CD. Acute leukemias of ambiguous lineage in adults: molecular and clinical characterization. Ann Hematol. 2013;92(6):747-58. PMID: 23412561. doi: 10.1007/s00277-013-1694-4.

Neumann M, Coskun E, Fransecky L, Mochmann LH, Bartram I, Sartangi NF, Heesch S, Gokbuget N, Schwartz S, Brandts C, Schlee C, Haas R, Duhrsen U, Griesshammer M, Dohner H, Ehninger G, Burmeister T, Blau O, Thiel E, Hoelzer D, Hofmann WK, Baldus CD. FLT3 mutations in early T-cell precursor ALL characterize a stem cell like leukemia and imply the clinical use of tyrosine kinase inhibitors. PLoS One. 2013;8(1):e53190. PMID: 23359050. doi: 10.1371/journal.pone.0053190.

2012

Therapieergebnisse bei rezidivierter ALL können durch SZT in Remission verbessert werden

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Die GMALL-Studiengruppe hat in einer großen retrospektiven Analyse von 547 Patienten gezeigt, dass das Gesamtüberleben bei rezidivierter ALL nach drei Jahren bei 24 % liegt. Die Ergebnisse liegen über denen anderer publizierter ALL-Studien. Dies ist im Wesentlichen auf die hohe Realisierungsrate der Stammzelltransplantation (SZT) zurückzuführen. Die Ansprechraten auf die erste Rezidivtherapie liegen für Patienten mit Rezidiv unter/nach Chemotherapie bei 42 % und für Patienten mit Rezidiv nach SZT bei 23 %. Die Ansprechraten sinken bei folgenden Rezidivtherapien und sind bei Frührezidiven signifikant schlechter als bei Spätrezidiven. Prognosefaktoren für das Gesamtüberleben waren neben dem Zeitpunkt des Rezidivs und der Lokalisation das Ansprechen auf die Rezidivtherapie, die Durchführung einer SZT und das Alter. Eine weitere Verbesserung der Therapieergebnisse ist dringend erforderlich. Die GMALL-Studiengruppe hat daher eine Empfehlung für die Rezidivtherapie erstellt, die auch experimentelle Therapien einschließt. Essentiell ist es, die Therapie bereits im molekularen Therapieversagen oder molekularen Rezidiv durchzuführen, um so zytologische Rezidive zu vermeiden. Dies ist auch der wesentliche Ansatz für die Verbesserung der Ergebnisse bei den besonders ungünstig verlaufenden Rezidiven nach Stammzelltransplantation.

Gökbuget N, Stanze D, Beck J, Diedrich H, Horst HA, Hüttmann A, Kobbe G, Kreuzer KA, Leimer L, Reichle A, Schaich M, Schwartz S, Serve H, Starck M, Stelljes M, Stuhlmann R, Viardot A, Wendelin K, Freund M, Hoelzer D. Outcome of relapsed adult lymphoblastic leukemia depends on response to salvage chemotherapy, prognostic factors, and performance of stem cell transplantation. Blood. 2012 Sep 6;120(10):2032-41. PMID: 22493293. doi: 10.1182/blood-2011-12-399287.

Molekulares Therapieversagen charakterisiert neue Höchstrisiko-Gruppe

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

In der bisher größten Analyse prospektiv erhobener Daten zum Verlauf der minimalen Resterkrankung (MRD) bei der ALL des Erwachsenen konnte von der GMALLStudiengruppe die hohe prognostische Relevanz des MRD-Verlaufs bestätigt werden. Mit Hilfe der MRD-Bestimmung ist eine sensitivere, individuelle Messung des Therapieansprechens möglich. 70 % der Patienten mit Ph/BCR-ABL negativer ALL und zytologischer CR erreichen eine molekulare CR mit negativem MRD-Status, der mit einer Sensitivität von 0,01 % bestätigt wurde. Patienten mit molekularem Therapieversagen, d.h. anhaltendem MRD-Nachweis über 0,01 % nach Induktion und Konsolidation I repräsentieren eine neue Höchstrisikogruppe. Nur 12 % dieser Patienten bleiben rezidivfrei, wenn keine Stammzelltransplantation durchgeführt wird. Die Zeit bis zum zytologischen Rezidiv liegt bei median 7,6 Monaten und das Gesamtüberleben bei nur 33 %. Damit wird durch die Arbeit klar bestätigt, dass die MRD-Bestimmung bei allen Patienten mit ALL unabhängig von Risikogruppe und Alter unverzichtbar für eine optimale, am individuellen Verlauf orientierte Therapie ist.

Gökbuget N, Kneba M, Raff T, Trautmann H, Bartram CR, Arnold R, Fietkau R, Freund M, Ganser A, Ludwig WD, Maschmeyer G, Rieder H, Schwartz S, Serve H, Thiel E, Brüggemann M, Hoelzer D. Adult patients with acute lymphoblastic leukemia and molecular failure display a poor prognosis and are candidates for stem cell transplantation and targeted therapies. Blood. 2012 Aug 30;120(9):1868-76 PMID: 22442346. doi: 10.1182/blood-2011-09-377713.

Übersichtsarbeit zur minimalen Resterkrankung bei ALL

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Das Review gibt eine aktuelle und umfassende Übersicht über die technischen Verfahren zur MRD-Bestimmung bei ALL, über publizierte Daten zur prognostischen Bedeutung im Verhältnis zu anderen Prognosefaktoren und der möglichen therapeutischen Anwendung der Ergebnisse.

Brüggemann M, Raff T, Kneba M. Has MRD monitoring superseded other prognostic factors in adult ALL? Blood. 2012 Nov 29;120(23):4470-81. PMID: 23033265. doi: 10.1182/blood-2012-06-379040.

Anhaltende komplette Remissionen nach Therapie mit Blinatumomab bei rezidivierter B-Vorläufer-ALL

Kommentiert von Nicola Gökbuget - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt für die GMALL.

Blinatumomab ist ein bispezifischer Antikörper, der seine Wirkung durch Aktivierung von T-Zellen gegen CD19-positive Leukämiezellen entfaltet. Die leukämischen Blasten bei B-Vorläufer-ALL sind CD19-positiv und stellen daher eine sehr geeignete Zielpopulation für die Substanz dar. In einer Phase II Studie, die in Zusammenarbeit mit der GMALL-Studiengruppe entwickelt worden war, wurde der Antikörper bei Patienten mit molekularer Persistenz oder molekularem Rezidiv der ALL eingesetzt. In dieser Gruppe refraktär verlaufender Leukämien wurde in einer Studienpopulation von 20 Patienten eine molekulare Remissionsrate von 80 % beobachtet. Nun wurde ein Follow-up dieser Studie veröffentlicht. Das rezidivfreie Überleben liegt bei 61 % und stellt sich im Vergleich zu publizierten Daten dieser prognostisch ungünstigen Subgruppe vielversprechend dar. Besonders interessant ist hierbei, dass vier von sechs Patienten mit molekularer Remission nach Behandlung mit Blinatumomab ohne weitere Therapie und auch ohne Stammzelltransplantation in Remission geblieben sind. Aktuell läuft eine europäische Studie in einer vergleichbaren Patientenpopulation mit dem Ziel, diese Daten zu bestätigen.

Topp MS, Gökbuget N, Zugmaier G, Degenhard E, Goebeler ME, Klinger M, Neumann SA, Horst HA, Raff T, Viardot A, Stelljes M, Schaich M, Köhne-Volland R, Brüggemann M, Ottmann OG, Burmeister T, Baeuerle PA, Nagorsen D, Schmidt M, Einsele H, Riethmüller G, Kneba M, Hoelzer D, Kufer P, Bargou RC. Long-term follow-up of hematologic relapse-free survival in a phase 2 study of blinatumomab in patients with MRD in B-lineage ALL. Blood. 2012 Dec 20;120(26):5185-7. PMID: 23024237. doi: 10.1182/blood-2012-07-441030.

Gökbuget N, Stanze D, Beck J, Diedrich H, Horst HA, Hüttmann A, Kobbe G, Kreuzer KA, Leimer L, Reichle A, Schaich M, Schwartz S, Serve H, Starck M, Stelljes M, Stuhlmann R, Viardot A, Wendelin K, Freund M, Hoelzer D. Outcome of relapsed adult lymphoblastic leukemia depends on response to salvage chemotherapy, prognostic factors, and performance of stem cell transplantation. Blood. 2012 Sep 6;120(10):2032-41. PMID: 22493293. doi: 10.1182/blood-2011-12-399287.

Pfeifer H, Lange T, Wystub S, Wassmann B, Maier J, Binckebanck A, Giagounidis A, Stelljes M, Schmalzing M, Dührsen U, Wunderle L, Serve H, Brück P, Schmidt A, Hoelzer D, Ottmann OG. Prevalence and dynamics of bcr-abl kinase domain mutations during imatinib treatment differ in patients with newly diagnosed and recurrent bcr-abl positive acute lymphoblastic leukemia. Leukemia. 2012 Jul;26(7):1475-81. PMID: 22230800. doi: 10.1038/leu.2012.5.

Kroenlein H, Schwartz S, Reinhardt R, Rieder H, Molkentin M, Gökbuget N, Hoelzer D, Thiel E, Burmeister T. Molecular analysis of the t(2;8)/MYC-IGK translocation in high-grade lymphoma/leukemia by long-distance inverse PCR. Genes Chromosomes Cancer. 2012 Mar;51(3):290-9. PMID: 22120970. doi: 10.1002/gcc.21915.

Brüggemann M, Gökbuget N, Kneba M. Acute lymphoblastic leukemia: monitoring minimal residual disease as a therapeutic principle. Semin Oncol. 2012 Feb;39(1):47-57. PMID: 22289491. doi: 10.1053/j.seminoncol.2011.11.009.

Hoelzer D, Gökbuget N. Chemoimmunotherapy in acute lymphoblastic leukemia. Blood Rev. 2012 Jan;26(1):25-32. PMID: 21958552. doi: 10.1016/j.blre.2011.08.001.

Turkmen S, Timmermann B, Bartels G, Groger D, Meyer C, Schwartz S, Haferlach C, Rieder H, Gokbuget N, Hoelzer D, Marschalek R, Burmeister T. Involvement of the MLL gene in adult T-lymphoblastic leukemia. Genes, chromosomes & cancer. 2012;51(12):1114-24. PMID: 22927255. doi: 10.1002/gcc.21996.

Neumann M, Heesch S, Gokbuget N, Schwartz S, Schlee C, Benlasfer O, Farhadi-Sartangi N, Thibaut J, Burmeister T, Hoelzer D, Hofmann WK, Thiel E, Baldus CD. Clinical and molecular characterization of early T-cell precursor leukemia: a high-risk subgroup in adult T-ALL with a high frequency of FLT3 mutations. Blood cancer journal. 2012;2(1):e55. PMID: 22829239. doi: 10.1038/bcj.2011.49.

Klinger M, Brandl C, Zugmaier G, Hijazi Y, Bargou RC, Topp MS, Gokbuget N, Neumann S, Goebeler M, Viardot A, Stelljes M, Bruggemann M, Hoelzer D, Degenhard E, Nagorsen D, Baeuerle PA, Wolf A, Kufer P. Immunopharmacologic response of patients with B-lineage acute lymphoblastic leukemia to continuous infusion of T cell-engaging CD19/CD3-bispecific BiTE antibody blinatumomab. Blood. 2012;119(26):6226-33. PMID: 22592608. doi: 10.1182/blood-2012-01-400515.

2011

Hoelzer D. Novel antibody-based therapies for acute lymphoblastic leukemia. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2011;2011:243-9. PMID: 22160041. doi: 10.1182/asheducation-2011.1.243.

Gökbuget N. How I treat older patients with ALL. Blood. 2013 Aug 22;122(8):1366-75. [Acute lymphoblastic leukemia in the adult]. Dtsch Med Wochenschr. 2011 Dec;136(48):2466-9. PMID: 22109577. doi: 10.1055/s-0031-1297268.

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Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 21.07.2014, letzte Änderung: 23.10.2015