Förderprojekt 2008

Evaluierung der NM23 mRNA Expression als neuen prognostischen Marker bei AML

Autoren: E. Bach, D. Niederwieser, M. Cross, Universitätsklinikum Leipzig; aus dem Rundbrief Nr. 16.

Genaue Untersuchungen zur Expression von non-metastatic 1 (NME1) und NME2 mRNAs in Knochenmarksproben haben bestätigt, dass die mittelfristige Lagerung zu einer Reduktion beider mRNAs im Verhältnis zu dem Haushaltsgen RPLP0 (ribosomal protein, large, P0) führt. In dieser Hinsicht gibt es deutliche Unterschiede zwischen beiden NME mRNAs: die NME1 mRNA wird innerhalb von zwei Tagen in fast allen AML Proben bis zur Nachweisgrenze reduziert, während die NME2 mRNA länger bestehen bleibt.
Parallele Bestimmungen der Stoffwechselparameter gelagerter Knochenmarksproben zeigen einen Abbau der verfügbaren Glukose von anfänglichen 5 mM auf unter 1 mM über zwei bis maximal vier Tage abhängig von der Zellularität des Knochenmarks. Begleitend zum Glukoseabbau kommt es zu einem Anstieg der Osmolarität, sowie einem Abfall des pH-Wertes, was auf die Anhäufung saurer Stoffwechselprodukte hinweist. Diese Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang des NME1 mRNA Levels mit kurzfristigen Änderungen im glykolytischen Stoffwechsel hin. Dagegen bleibt die NME2 mRNA während der Verstoffwechselung von Glukose relativ stabil und nimmt erst danach ab. Die unterschiedliche Kinetik der NME1 und NME2 mRNA Abnahme in Knochenmarksproben erklärt, warum deutliche patientenspezifische Unterschiede im NME1/2 mRNA Verhältnis vor allem in transportierten Proben nachzuweisen sind. Da diese Unterschiede prognostisch relevant sind, wird versucht, durch gezielte Änderungen einzelner Stoffwechselparameter (Glukose, Sauerstoff, Laktat, pH) in frischen Knochenmarksproben einen kontrollierten und standardisierten Abbau der NME mRNAs zu erzeugen.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 15.07.2014, letzte Änderung: 15.07.2015