Förderprojekt 2006

Evaluation pathogenetisch relevanter Kandidatengene bei der akuten myeloischen Leukämie (AML)

Autoren: L. Bullinger, K. Döhner, H. Döhner, Universitätsklinikum Ulm; aus dem Rundbrief Nr. 11.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist sowohl klinisch als auch biologisch eine heterogene Erkrankung, deren zugrundeliegende Pathomechanismen zum Großteil immer noch ungeklärt sind. Die vor kurzem entwickelte Technik der DNA Microarray-Analyse erlaubt die Erfassung der gesamten molekularen Varianz, die dieser biologischen und klinischen Heterogenität zugrunde liegt und ermöglicht gleichzeitig die Identifizierung neuer sowohl biologisch als auch klinisch relevanter Leukämie-Subgruppen. Dies stellt die Grundlage für eine verbesserte molekulare AML-Klassifikation dar. Darüber hinaus werden durch diese Analysen wertvolle Einblicke in die Pathomechanismen der AML gewonnen. Bislang ist jedoch für die wenigsten der mittels DNA Microarray-Technologie identifizierten charakteristischen Genexpressionsmuster die Funktion bzw. die leukämogene Rolle der darin enthaltenen Gene bekannt. In einem von der Stiftung Leukämie i. R. des Kompetenznetzes „Akute und chronische Leukämien“ geförderten Projekt planen wir die pathogenetische Funktion einiger im Rahmen unserer Vorarbeiten identifizierten, potentiell pathogenetisch relevanten Kandidatengene bei der AML näher zu untersuchen. Mittels der RNA Interferenz (RNAi)-Technologie wird die Expression ausgewählter Gene in Leukämiezelllinien spezifisch herunterreguliert/ hochreguliert und der daraus resultierende Phänotyp analysiert. Ferner können mit Hilfe der DNA Microarray-Technologie die von den entsprechenden Kandidatengenen regulierten/beeinflussten Gene/Signalwege näher charakterisiert werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sollen zur Identifizierung der Funktion AML-Subgruppen-assoziierter Gene beitragen. Basierend auf diesen Ergebnissen werden neue Einblicke in die Pathogenese der AML gewonnen, die u.a. auch zur Entwicklung neuer molekularer Therapie-Ziele führen können. Letztendlich hoffen wir, dass die Ergebnisse unserer Arbeit im Kontext des bereits vorhandenen Wissens und der Daten die im Rahmen des Kompetenznetzes „Akute und chronische Leukämien“ gewonnen werden entscheidend zu einem verbesserten individuellen risiko-adaptierten und zielgerichteten Patientenmanagement beitragen werden.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 15.07.2014, letzte Änderung: 15.07.2015