Knochenmarkpunktion

Die Knochenmarkpunktion ist unabhängig von der Untersuchung des Blutbildes und wird heute routinemäßig bei der Erstdiagnostik aller Leukämiepatienten durchgeführt, auch dann, wenn die Diagnose bereits durch einen Blutausstrich gesichert wurde. Denn das entnommene Material liefert zusätzliche Informationen, die besonders für die Therapieplanung wertvoll sind.

Benötigt wird eine kleine Menge Knochenmark, ungefähr fünf bis zehn Milliliter, das entweder aus dem Brustbein (Sternalpunktion) oder meist aus dem Beckenknochen (Beckenkammbiopsie) entnommen wird. Punktion und Biopsie erfolgen meistens unter örtlicher Betäubung und am besten im Liegen. Eine Spezialnadel wird zunächst bis zum Knochen, dann durch die feste Schicht des Knochens bis in die Spongiosa, die das Knochenmark enthält, vorgeschoben. Über eine der Punktionsnadel aufgesetzte Spritze wird eine kleine Menge, ungefähr drei bis fünf Milliliter, Knochenmarkblut abgesaugt. Dabei spürt der Patient meist ein Druckgefühl an der Einstichstelle und einen kurzen, ziehenden Schmerz, wenn das Knochenmark in die Spritze gezogen wird. Nach der Entnahme verklebt der behandelnde Arzt die Einstichstelle mit einem Pflaster, auf das er für etwa eine halbe Stunde einen kleinen Sandsack legt. So wird verhindert, dass es zu einer Nachblutung kommt. Die Entnahme dauert in der Regel nicht länger als 15 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.

Ein Teil des gewonnenen Knochenmarks wird auf einem Glasplättchen ausgestrichen, gefärbt und unter dem Mikroskop im Hinblick auf Aussehen und Anzahl der Knochenmarkzellen begutachtet (Zytomorphologie). Ein erfahrener Arzt kann so eine Leukämie diagnostizieren und in bestimmten Fällen sogar die Form der Erkrankung bestimmen. Das restliche gewonnene Knochenmark wird für weitere Untersuchungen an spezielle Labore verschickt, um die Zelle auf Veränderungen des Erbguts zu untersuchen.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 25.07.2014, letzte Änderung: 30.03.2015