Breaking News

Randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit CC-486 (orales Azacitidin) bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen mit niedrigerem Risiko

Zusammenfassung der Redaktion

Originalarbeit
Phase III, Randomized, Placebo-Controlled Trial of CC-486 (Oral Azacitidine) in Patients With Lower-Risk Myelodysplastic Syndromes.
Garcia-Manero G, Santini V, Almeida A, Platzbecker U, Jonasova A, Silverman LR, Falantes J, Reda G, Buccisano F, Fenaux P, Buckstein R, Diez Campelo M, Larsen S, Valcarcel D, Vyas P, Giai V, Olíva EN, Shortt J, Niederwieser D, Mittelman M, Fianchi L, La Torre I, Zhong J, Laille E, Lopes de Menezes D, Skikne B, Beach CL, Giagounidis A.
J Clin Oncol. 2021 Mar 25:JCO2002619. doi: 10.1200/JCO.20.02619.
PMID: 33764805.

Für Patienten mit myelodysplastischen Syndromen mit geringerem Risiko (LR-MDS) gibt es nur begrenzt Behandlungsmöglichkeiten. Die hier vorgestellte placebokontrollierte Phase-III-Studie untersuchte CC-486 (orales Azacitidin), einen hypomethylierenden Wirkstoff, bei Patienten mit LR-MDS nach Internationalem Prognosesystem und transfusionsabhängiger Anämie und Thrombozytopenie.

Die Patienten wurden randomisiert 1:1 entweder für die Gabe von CC-486 (300 mg) oder Placebo für 21 Tage/28-Tage-Zyklus zugeteilt. Der primäre Endpunkt war die Unabhängigkeit von Erythrozytentransfusionen (TI).

216 Patienten erhielten entweder CC-486 (n = 107) oder Placebo (n = 109). Das mediane Alter betrug 74 Jahre, die mediane Thrombozytenzahl 25 × 109/L und die absolute Neutrophilenzahl 1,3 × 109/L. Im CC-486- und im Placebo-Arm erreichten 31 % bzw. 11 % der Patienten RBC-TI (P = 0,0002) mit einer medianen Dauer von 11,1 bzw. 5,0 Monaten. Eine Reduktion von ≥ 4 Erythrozyteneinheiten erreichten 42,1 % bzw. 30,6 % der Patienten für eine mediane Dauer von 10,0 bzw. 2,3 Monaten. Zudem erreichten im CC-486-Arm erreichten mehr Patienten einen Anstieg des Hämoglobinwerts von ≥ 1.5 g/dL gegenüber dem Ausgangswert (23.4% v 4.6%). Die Verbesserungsrate der Thrombozyten war im CC-486-Arm ebenfalls höher (24,3% vs. 6,5%). Eine vorläufige Analyse des Gesamtüberlebens zeigte keinen Unterschied zwischen CC-486 und Placebo (Median 17,3 vs 16,2 Monate; P = 0,96). Niedriggradige gastrointestinale Ereignisse waren in beiden Armen die häufigsten unerwünschten Ereignisse. In den CC-486- und Placebo-Armen traten bei 90 % bzw. 73 % der Patienten ein unerwünschtes Ereignis vom Grad 3-4 auf. Die Gesamtsterblichkeitsrate war zwischen den Armen ähnlich, wobei es ein Ungleichgewicht bei den Todesfällen während der ersten 56 Tage gab (CC-486, n = 16; Placebo, n = 6), die hauptsächlich auf Infektionen zurückzuführen waren; die mediane absolute Neutrophilenzahl vor der Behandlung betrug bei den 16 CC-486-Patienten 0,57 × 10)9/L.

CC-486 verbesserte die Erythrozyten-TI-Rate signifikant und induzierte dauerhafte bilineare Verbesserungen bei Patienten mit LR-MDS und Hochrisiko-Krankheitsmerkmalen. Im CC-486-Arm traten häufiger Todesfälle im Frühstadium auf, die hauptsächlich auf Infektionen bei Patienten mit signifikanter Neutropenie vor der Behandlung zurückzuführen waren. Eine weitere Evaluierung von CC-486 in MDS ist erforderlich.


3.png

Mittels Kaplan-Meier geschätzte Dauer der (A) Erythrozytentransfusionsunabhängigkeit und (B) Erythrozytentransfusionsreduktionen (≥ 4 Einheiten). Datenschnitt: 25. Januar 2019. NR, nicht erreicht; RBC-TI, RBC-Transfusionsunabhängigkeit.