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Ivosidenib oder Enasidenib kombiniert mit intensiver Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostizierter AML: eine Phase-1-Studie

Zusammenfassung der Redaktion

Originalarbeit
Ivosidenib or enasidenib combined with intensive chemotherapy in patients with newly diagnosed AML: a phase 1 study.
Stein EM, DiNardo CD, Fathi AT, Mims AS, Pratz KW, Savona MR, Stein AS, Stone RM, Winer ES, Seet CS, Döhner H, Pollyea DA, McCloskey JK, Odenike O, Löwenberg B, Ossenkoppele GJ, Patel PA, Roshal M, Frattini MG, Lersch F, Franovic A, Nabhan S, Fan B, Choe S, Wang H, Wu B, Hua L, Almon C, Cooper M, Kantarjian HM, Tallman MS.
Blood. 2021 Apr 1;137(13):1792-1803. doi: 10.1182/blood.2020007233.
PMID: 33024987.

Ivosidenib (AG-120) und Enasidenib (AG-221) sind gezielte orale Inhibitoren der mutierten Enzyme Isocitrat-Dehydrogenase (mIDH) 1 bzw. 2. In Anbetracht ihrer Wirksamkeit als Einzelwirkstoffe bei rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) mit mIDH1/2 untersuchte diese Phase-1-Studie die Sicherheit und Wirksamkeit von Ivosidenib oder Enasidenib in Kombination mit intensiver Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostizierter AML mit mIDH1/2. Ivosidenib 500 mg einmal täglich und Enasidenib 100 mg einmal täglich waren in diesem Rahmen gut verträglich, die Sicherheitsprofile entsprachen dem Standard für Induktions- und Konsolidierungschemotherapie. Das IDH-Differenzierungssyndrom trat, erwartungsgemäß bei gleichzeitiger Gabe einer zytotoxischen Chemotherapie, nur in geringer Zahl auf. Bei Patienten, die Ivosidenib erhielten, waren Häufigkeit und Grad der QT-Intervall-Verlängerung ähnlich wie bei der Ivosidenib-Monotherapie. Bei Patienten, die mit Enasidenib behandelt wurden, war häufiger erhöhtes Gesamtbilirubin zu beobachten, was mit der für diesen Inhibitor charakteristischen Hemmung von UGT1A1 zu erklären ist. Jedoch schien dieser Anstieg keine signifikanten klinischen Konsequenzen zu haben. Bei Patienten, die Ivosidenib (n = 60) oder Enasidenib (n = 91) erhielten, betrugen die Raten der vollständigen Remission (CR) zum Ende der Induktion 55 % bzw. 47 % und die Raten für CR/CR mit unvollständiger Neutrophilen- oder Thrombozyten-Rückgewinnung (CR/ CRi/CRp) betrugen 72 % bzw. 63 %. Bei Patienten mit bestem Gesamtansprechen von CR/CRi/CRp konnte bei 16/41 (39 %) unter Ivosidenib eine Aufhebung der IDH1-Mutation und bei 15/64 (23 %) unter Enasidenib eine Aufhebung der IDH2-Mutation mittels digitaler Polymerase-Kettenreaktion beobachtet werden. Darüber hinaus war bei 16/20 (80%) bzw. 10/16 (63%) Patienten keine Resterkrankung mehr messbar (ermittelt durch Multiparameter-Durchflusszytometrie). Die Studie ist im Register www.clinicaltrials.gov registriert: #NCT02632708. #NCT02632708

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