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Studie zur allogenen Stammzelltransplantation im Vergleich zur Cytarabin-basierten Konsolidierungstherapie bei AML

Vorteil für Transplantation:
Allogene Stammzelltransplantation im Vergleich zu Cytarabin-basierter Konsolidierungstherapie bei AML-Patienten mit intermediärem Risiko

Autor: Christoph Röllig, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden

Originalarbeit
Allogeneic hematopoietic cell transplantation in intermediate risk acute myeloid leukemia negative for FLT3-ITD, NPM1- or biallelic CEBPA mutations.
Heidrich K, Thiede C, Schäfer-Eckart K, Schmitz N, Aulitzky WE, Krämer A, Rösler W, Hänel M, Einsele H, Baldus CD, Trappe RU, Stölzel F, Middeke JM, Röllig C, Taube F, Kramer M, Serve H, Berdel WE, Ehninger G, Bornhäuser M, Schetelig J; Study Alliance Leukemia (SAL).
Ann Oncol. 2017 Nov 1;28(11):2793-2798. doi: 10.1093/annonc/mdx500.
PMID: 28945881.

Der Stellenwert der allogenen Stammzelltransplantation ist für Patienten mit intermediärem Risiko nach den aktuellen ELN Kriterien nicht abschließend definiert. In dieser Arbeit wurde bei sogenannten triple-negativen AML Patienten in erster kompletter Remission mit intermediärem Risiko und ohne NPM1-, FLT3-ITD Mutation oder CEBPA Doppelmutation (NPM1mut-neg/CEBPAdmneg/FLT3-ITDneg) eine allogene Stammzelltransplantation mit einer Cytarabin-basierten Konsolidierungstherapie verglichen. Es wurden Daten von 497 erwachsenen AML Patienten bis 60 Jahre, die in zwei randomisierten Studien der SAL (AML2003 und AML96) behandelt wurden, ausgewertet. In einer „donor versus no-donor“ Analyse zeigte sich ein statistisch signifikant besseres Rezidiv-freies Überleben (HR 0.5, p=0.02) und ein Trend zu einem besserem Gesamtüberleben (HR 0.6, p=0.08) für die Patienten, die primär allogen stammzelltransplantiert wurden, verglichen mit einer konsolidierenden Chemotherapie. In einer Subgruppenanalyse konnte gezeigt werden, dass insbesondere Patienten mit schlechtem Frühansprechen profitierten. Da nur bei 58% der Patienten in der Donor Gruppe die Transplantation in erster kompletter Remission erfolgte, wurde der Einfluss der Transplantation als zeitabhängige Kovariate in einer mutivariaten Cox-Regressions Analyse untersucht. Hier ergab sich auch für das Gesamtüberleben (HR 0.58, p=0.02) ein statistisch signifikanter Vorteil für die Transplantation. Außerhalb von klinischen Studien sollte daher bei geeigneten Patienten in dieser Risikogruppe primär eine allogene Stammzelltransplantation als Konsolidierung angestrebt werden.

Erstellt von: Wolkenfeld (Informationszentrum) am 14.03.2018, letzte Änderung: 19.03.2018