Medikamenteninteraktionen

Neue Substanzen in der Leukämietherapie haben unterschiedliche Effekte auf Metabolisierungswege. Damit besteht das Risiko von Medikamenteninteraktionen. In Studien mit neuen Substanzen muss daher häufig das Risiko von Interaktionen mit bestimmten Metabolisierungswegen z.B. Cytochrom P450 beachtet werden. Das gleiche gilt auch für einige bereits zugelassene Substanzen z.B. Imatinib oder Sorafenib. Auch Substanzen, die zu einer Verlängerung des QT-Intervals führen können und das Risiko von Torsade-de-points Tachykardien erhöhen, müssen in der Kombination besonders beachtet werden. Auch hier sind nicht zugelassene und zugelassene Substanzen z.B. Nilotinib betroffen.


ÜBERSICHT

  1. Torsades de Points – QT-Verlängerung
    Die Torsades de Points (TdP) oder auch Torsade-Tachykardie ist eine Sonderform der ventrikulären Tachykardie. Sie kann in Folge einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG auftreten und kann zu potenziell lebensbedrohlichen ventrikulären Herzrhythmusstörungen führen.
  2. Interaktion mit dem Cytochrom P450-System
    Das Cytochrom (CYP) P450 ist ein Isoenzym der CYP P450-Superfamilie und ist für den Metabolismus insbesondere körperfremder Stoffe wichtig. CYP3A4 kommt mengenmäßig am meisten in der Leber vor. Da viele Arzneistoffe über CYP3A4 abgebaut werden, ist dies das Zentrum vieler Arzneimittelinteraktionen.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 21.07.2014, letzte Änderung: 22.07.2015