Therapie

Die Therapie von Leukämien und verwandten Erkrankungen richtet sich in erster Linie nach Entität und Risikokonstellation. Neben den klassischen Behandlungsoptionen wie Chemotherapie, Bestrahlung und Stammzelltransplantation stehen verschiedene Medikamente - z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren oder Antikörper - und andere Ansätze zur Verfügung. Darüber hinaus werden fortwährend neue Wirkstoffe in klinischen Studien untersucht.


ÜBERSICHT

  1. Medikamente
    In der Leukämietherapie kommen neben Zytostatika weitere Medikamentenklassen wie Kinaseinhibitoren oder Antikörper zum Einsatz, die zum Teil in aktuellen klinischen Studien geprüft werden. Für viele der zugelassenen und neuen Substanzen sind Risiken hinsichtlich möglicher Medikamenteninteraktionen und Effekte auf das QT-Intervall zu beachten.
  2. Stammzelltransplantation
    Die hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) hat die Behandlungsmöglichkeiten von Leukämiepatienten signifikant verbessert. Unter der Schirmherrschaft der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) und der European School of Haematology (ESH) wurde 2012 eine vollständig überarbeitete Version des EMBT-ESH Handbuchs zur HSCT veröffentlicht. Die Herausgeber Jane Apperley, Enric Carreras, Eliane Gluckman und Tamas Masszi beleuchten in 24 Kapiteln alle Aspekte der Stammzelltransplantation. Das Handbuch ist als kostenlose online Ausgabe erhältlich.
  3. Therapiestudien
    Für Leukämien und verwandte Erkrankungen des Erwachsenen gibt es derzeit keine etablierte Standardtherapien. Die meisten Patienten werden in Deutschland im Rahmen klinischer Studien oder analog zu aktiven Studienprotokollen behandelt.
  4. Responsekriterien
    Die Beurteilung des Therapieerfolgs hämatologischer Neoplasien erfolgt neben der klinischen Untersuchung maßgeblich anhand von Knochenmark- und Blutbefunden. Für die ALL, AML und CML wurden von internationalen Expertengremien entitätsspezifische Responsekriterien definiert, die z.T. auch Parameter für klinische Studien empfehlen.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 14.07.2014, letzte Änderung: 22.07.2015