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Projektbeschreibung (Projekt 8)

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 02.08.2006, letzte Änderung: 14.11.2007

Interferon-Therapie vor allogener Knochen-marktransplantation (KMT) und randomisierte/prospektive kontrollierte Prüfung von sehr früher versus verzögerter allogener KMT bei chronischer myeloischer Leukämie (CML)

Die allogene Knochenmarktransplantation (KMT) ist die zur Zeit einzige potentiell kurative Therapieform bei CML. Sie geht jedoch weiterhin mit einer transplantationsbedingten Frühmortalität einher, die auch in den neuesten Publikationen der besten Transplantationszentren 25-30% beträgt, und mit einer erheblichen Morbidität vor allem durch akute und chronische Graft-versus-Host-Disease (GvHD). Diese Nachteile der allogenen KMT machen die Therapieentscheidung für Patienten und Ärzte oft schwierig. Nachdem in den letzten Jahren offensichtlich geworden ist, daß auch Interferon alpha (IFN) den natürlichen Verlauf der CML verändert und die Überlebenszeit verlängert (3-Jahresüberlebensrate für Niedrigrisikopatienten etwa 95%), wäre zumindest bei Patienten, die nicht klare Kandidaten für eine frühzeitige Transplantation sind, ein Therapieversuch mit IFN möglicherweise vorteilhaft und eine KMT erst später nötig, z.B. erst nach einem Intervall von 3 Jahren oder wenn das Ansprechen auf IFN unbefriedigend wird.
Diesem Vorgehen stehen bisher zwei Argumente entgegen: 1.) Eine KMT ist nach Vortherapie mit Chemotherapie um so erfolgreicher, je früher im Verlauf der CML sie durchgeführt wird. Dies gilt jedoch möglicherweise nicht für eine IFN-Vortherapie. 2.) IFN per se ist möglicherweise nachteilig für eine nachfolgende KMT, unabhängig vom Zeitintervall nach Diagnose. Hier hat die Deutsche CML-Studiengruppe kürzlich zeigen können, daß der kritische Aspekt bei der IFN-Vortherapie nicht die Therpiedauer, sondern der rechtzeitige Zeitpunkt des Absetzens von IFN 3 Monate vor KMT ist. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, eine IFN-Vortherapie mit verzögerter KMT, z.B. 3 Jahre nach Diagnose oder bei Krankheitsprogredienz, versus frühe KMT innerhalb des ersten Jahres nach Diagnose randomisiert bzw. prospektiv und kontrolliert zu prüfen. Nicht randomisiert werden junge Patienten und Hochrisikopatienten mit niedrigem Transplantationsrisiko.

Folgende Ziele sollen durch dieses Projekt erreicht werden:

  1. Retrospektive und prospektive Überprüfung des Einflusses einer IFN-Vortherapie auf das Ergebnis der KMT anhand der in Deutschland allogen transplantierten CML-Patienten mit IFN-Vorbehandlung mit Erfassung des Zeitpunktes des Absetzens von IFN vor KMT. Diese Überprüfung ist erforderlich, da trotz der klaren Ergebnisse der Deutschen CML-Studiengruppe diese noch nicht allgemein bekannt und akzeptiert sind.
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  3. Randomisierte oder prospektive, kontrollierte Prüfung, ob eine verzögerte allogene KMT 3 Jahre nach Diagnose oder bei Krankheitsprogredienz nach vorheriger IFN-basierter Therapie gegenüber einer frühen KMT Vorteile zeigt. Zielkriterien sind: Überlebenszeit (gesamt und krankheitsfrei) und Nebenwirkungsprofil der Therapien.
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  5. Horizontale und vertikale Vernetzung mit Schaffung der flächendeckenden Verfügbarkeit neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie im Bereich IFN-basierter Therapien und allogener KMT für Patienten und Ärzte.

Printing Date: 22.05.2012   ©  2006-8 ELIC European Leukemia Information Center