
Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 02.08.2006, letzte Änderung: 14.11.2007
Behandlung der akuten myeloischen Leukämie unter Berücksichtigung biologischer Risikofaktoren bei Patienten unter 60 Jahren
Im Rahmen des Kompetenznetzwerkes akute und chronische Leukämien wurde ein Neuantrag der OSHO über die Behandlung der akuten myeloischen Leukämie eingebracht. Dieses vor kurzem entwickelte Protokoll AML 2002 #061 ist als Weiterentwicklung der in den letzten 10 Jahren innerhalb der Studiengruppe entwickelten Protokolle (insgesamt 6) mit mehr als 1500 behandelten Patienten aus mehr als 35 deutschen Zentren zu sehen. Untersuchungen über die Optimierung der AraC-Verabreichung in Induktion und Konsolidierung der AML waren bisher ein wesentlicher Schwerpunkt der Studiengruppe. Mit dem neuen Protokoll sollen die Resultate mit der optimierten AraC- Dosierung mit denen eines gemeinsamen Armes innerhalb der deutschen AML- Intergroupstudie verglichen werden. Neben dieser gemeinsamen Fragestellung soll das im März aktivierte Protokoll studienintern drei weitere Fragen beantworten.
Die erste befasst sich mit einem randomisierten Vergleich zwischen Mito/Flag und Mitoxantrone/AraC zur Erhöhung der kompletten Remissionsrate bei Patienten, die nach der ersten Induktionstherapie keine komplette Remission erreicht haben. Zweitens wird der Stellenwert einer gegenüber zwei Konsolidierungstherapien vor der autologen oder allogenen Stammzelltransplantation analysiert. Schließlich wird bei Patienten mit ungünstigem Karyotyp (-5/5q, -7/7q, abnormal (11q23) und komplexen Karyotyp) die Rolle der frühen allogenen verwandten oder unverwandten Stammzelltransplantation untersucht. Patienten, die sich aus Altersgründen oder zusätzlichen Erkrankungen nicht für eine konventionelle Transplantation qualifizieren, sollen eine allogene Stammzelltransplantation mit minimaler Konditionierung erhalten.
Insgesamt sollen 300 Patienten ausreichen, um die oben erwähnten studieninternen Fragestellungen zu beantworten. Durch den gemeinsamen Studienarm in der deutschen Intergruppe ist zudem noch die Rolle der optimierten AraC-Dosierung in der Behandlung der AML schlüssig zu beantworten.
Ein wesentlicher Punkt dieser Studie, dessen Einschlusskriterien jener aller anderen deutschen Studiengruppen angepasst ist, ist die Etablierung einer Materialbank. Durch diese Maßnahme kann Grundlagenforschung im Bereich seltener AML-Subgruppen nicht nur innerhalb der Studiengruppe sondern auch deutschlandweit ermöglicht werden. Gleichzeitig führt die Kooperation mit den anderen Studiengruppen zur Verbesserung diagnostischer Methoden. Schließlich ist die Bereitstellung von Protokollen und eine enge Kooperation im Bereich der Stammzelltransplantationen älterer Patienten vorgesehen.