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Projektbeschreibung (Projekt 9)

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 02.08.2006, letzte Änderung: 14.11.2007

Akute lymphatische Leukämie des Erwachsenen - eine Modellerkrankung für MRD-adaptierte Therapiesteuerung

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist eine Erkrankung, die sich sehr gut zur praxisnahen Erforschung von Prognosefaktoren und risikoadaptierten Therapiekonzepten eignet. Durch die richtungsweisenden Vorarbeiten der GMALL-Studiengruppe stehen umfangreiche Daten von mehr als 2800 Patienten für retrospektive Vergleichsuntersuchungen zur Verfügung. Das ist auch international das größte prospektiv diagnostizierte und therapierte Patientenkollektiv mit ALL. Bereits heute erfolgt die Therapiestratifikation anhand von Prognosefaktoren und risikoadaptierte Therapieprotokolle kommen zum Einsatz. Dieses Konzept soll durch die Einbeziehung von verlaufsabhängigen Prognosefaktoren zur Beurteilung des individuellen Therapieansprechens fortentwickelt werden. Wichtigstes Ziel ist die Individualisierung der Therapie durch Evaluation der minimalen Resterkrankung (MRD). Voraussetzung dafür ist, daß bei >90% der ALL-Patienten molekulare Erkrankungsmarker vorhanden sind, die qualitativ und quantitativ erfaßbar sind. Sie ermöglichen die Entwicklung eines Therapievorgehens, das sich am individuellen Rezidivrisiko orientiert. Somit wird es möglich, die notwendige Therapieintensität bzw. auch Toxizität auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig die Indikation für intensive Therapieelemente z.B. Stammzelltransplantation auf eine rationale Basis zu stellen. Ziel ist die Prognoseverbesserung bei Patienten, deren erhöhtes Rezidivrisiko mit bisher verfügbaren Methoden nicht vorhersagbar ist.

 

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