
Erstellt von: Infozentrum (Projekt 2) , am: 01.08.2006, letzte Änderung: 28.02.2013
Ziel des Kompetenznetzwerks "Akute und chronische Leukämien" ist der Aufbau eines weltweit führenden kooperativen Leukämie-Netzwerks für die Verbesserung der bevölkerungsbezogenen Versorgung und der gesundheitsbezogenen Forschung bei akuten und chronischen Leukämien.
Das Netzwerk wurde im Jahr 1999 gegründet und umfaßt alle größeren Studiengruppen in Deutschland, die sich zur Zeit mit Leukämien (CML, AML, ALL, MDS, bcr-abl-negative MPN) in der Forschung und in der Verbesserung der Versorgung befassen. Diese Arbeitsgruppen bilden mit ihren Kommunikationsstrukturen, ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit und ihrem flächendeckenden Ansatz aus mehreren hundert Teilnehmern in Universitätskliniken, Krankenhäusern und niedergelassener Praxis bereits Teilnetzwerke, deren weiterer Ausbau lohnenswert ist. Eng vernetzt mit den Studiengruppen sind die Expertengruppen für Zentrale Diagnostik, für Therapieforschung (Supportivtherapie, Immuntherapie/Stammzelltransplantation, molekulare Therapie), der Grundlagenforschung (Signaltransduktion) sowie der Querschnittsbereich Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie und Studieninfrastruktur.
Durch Begründung des Netzwerks wurden Strukturen geschaffen, deren medizinischer und wissenschaftlicher Wert deutlich mehr beträgt als die Summe der einzelnen Studien- und Expertengruppen.
Das Angebot des Kompetenznetzes richtet sich nicht nur an die allgemeine Öffentlichkeit, sondern auch an Ärzte und Wissenschaftler, an Patienten und deren Angehörige sowie an Studien- und Pflegepersonal.
Seit seiner Gründung wurde das Kompetenznetz "Akute und chronische Leukämien" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in drei aufeinanderfolgenden Perioden gefördert. Die finanzielle Förderung durch den Bund endete im April 2010. Daneben wurde einige Bereiche des Kompetenznetzes von Anfang 2006 bis Ende 2010 durch die deutsche Krebshilfe unterstützt. Um auch über die als Anschubfinanzierung gedachte Unterstützung des BMBF hinaus die Arbeit des Netzwerks sicherzustellen, wurde 2002 die gemeinnützige „Stiftung Leukämie“ als zukünftiger Träger gegründet. Die Stiftung fördert innovative Forschungsprojekte im Bereich der akuten und chronischen Leukämien.
Seit 2007 wird das Kompetenznetz Leukämien durch die José Carreras Leukämie-Stiftung gefördert.
Einzelne Projekte und Studien aus den Studiengruppen im Kompetenznetz erhalten darüber hinaus finanzielle Förderung durch die dt. Krebshilfe, die José Carreras Leukämie-Stiftung u.a.
Seit 2004 wird von den Projektleitern des Kompetenznetzes mit dem European LeukemiaNet ein Leukämie-Netzwerk auf europäischer Ebene betrieben. Dieses Projekt wird im 6. Rahmenprogramm der Europäischen Union gefördert.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde kürzlich ein Bericht zu den Erfolgen der 21 seit 1999 geförderten Kompetenznetze in der Medizin erarbeitet. Die Kurzfassung des Gutachtens ist nun im Internet auf der Seite des BMBF veröffentlicht worden.