Micronavigation Kompetenznetz path delimiter Patienten path delimiter Therapie path delimiter Stammzelltransplantation  · 
Banner

Stammzelltransplantation

Erstellt von: Sina Hehn (Informationszentrum) , letzte Änderung: 27.09.2013

Eine Möglichkeit der Behandlung von Leukämien ist die Stammzelltransplantation. Hierbei wird das erkrankte Knochenmark eines Leukämiepatienten durch gesunde Zellen ersetzt. Diese Zellen stammen von einem passenden Spender oder seltener vom Patienten selbst und werden - anders als der Name vermuten lässt - nicht durch eine Operation, sondern durch Transfusion übertragen. Zuvor müssen jedoch die erkrankten Zellen des Patienten durch eine starke Chemotherapie und Bestrahlung getötet werden, bei der auch gesunde Zellen des Patienten zerstört werden.

Leukämien und verwandte Erkrankungen werden im Allgemeinen mit einer Chemotherapie behandelt. Manchmal ist solch eine medikamentöse Behandlung aber nicht ausreichend, um alle erkrankten Zellen zu zerstören. Dies gilt z.B. für

  • Patienten, bei denen sich die Leukämie trotz Chemotherapie nicht vollständig zurückbildet (refraktäre Erkrankung)
  • Patienten, die einen Rückfall der Erkrankung erleiden (Rezidiv)
  • Patienten, die eine Leukämieform haben, von der bekannt ist, dass die Heilungschancen mit Chemotherapie alleine schlecht sind (Hochrisiko-Patienten)

In diesen Fällen stellt die Übertragung von gesunden Blutstammzellen häufig die einzige Überlebenschance dar.

Blutstammzellen können entweder von einem geeigneten Spender (allogen) oder vom Patienten selbst (autolog) stammen. Sie können durch eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm (Knochenmarktransplantion) oder durch Aufreinigung aus dem Blut gewonnen werden (peripheren Blutstammzelltransplantation). Nach der Übertragung auf den Patienten wandern die Stammzellen in das Knochenmark und beginnen dort nach einiger Zeit mit der Bildung neuer, gesunder Blutzellen.

Voraussetzung für eine Stammzelltransplantation ist, dass die Gewebemerkmale auf der Oberfläche der Blutzellen von Spender und Patient übereinstimmen oder sich zumindest sehr stark ähneln. Nur so kann die Gefahr einer Transplantatabstoßung bzw. einer Abwehrreaktion des gespendeten Knochenmarks gegen den Organismus des Patienten (Graft-versus-Host-Disease, GvHD) minimiert werden. Die Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger wird vorab durch Blutuntersuchungen im Labor bestimmt (Typisierung). Bei Geschwistern (Familienspender) besteht eine Chance von 25 %, dass diese sogenannten HLA-Merkmale übereinstimmen. Die Möglichkeit, im weiteren Familienkreis einen passenden Spender zu finden, ist dagegen genauso hoch wie in der übrigen Bevölkerung. Wird kein passender Familienspender gefunden, besteht eine 80 %ige Chance, über nationale und internationale Register einen freiwilligen Fremdspender zu finden.

Übertragung der Blutstammzellen

Die Stammzelltransplantation setzt sich aus zwei Phasen zusammen, der Konditionierung und der eigentlichen Transplantation.

Konditionierung

Um alle Leukämiezellen abzutöten, erhält der Patient zunächst eine sehr starke (intensive) Strahlen- und Chemotherapie. Dabei werden auch die gesunden Knochenmarkzellen zerstört, so dass keine eigene Blutbildung mehr stattfinden kann (Aplasie). Diese Vorbereitung auf die eigentliche Übertragung, die als Konditionierung bezeichnet wird, ist nur möglich, wenn im Anschluss sofort gesunde Stammzellen zur Transplantation verfügbar sind.

Stammzelltransplantation

Nach der Konditionierung erhält der Patient - als Ersatz für das zerstörte eigene Knochenmark - die Stammzelltransplantation durch Transfusion über eine Vene.

Bei einer allogenen Stammzelltransplantation werden Zellen eines gesunden Spenders übertragen. Dies kann ein Familienmitglied oder ein passender Fremdspender sein, der mit Hilfe von nationalen und internationalen Registern für Knochenmarkspender gefunden werden kann.

Wenn kein Familien- und kein Fremdspender gefunden wird, können auch die eigenen Stammzellen des Patienten entnommen und nach einer Aufreinigung von leukämischen Restzellen sofort oder nach Jahren für eine autologe Stammzelltransplantation verwendet werden.

Eine Stammzelltransplantation ist eine sehr effektive, aber auch belastende und risikoreiche Therapie, weshalb sie nur in spezialisierten Kliniken mit besonderer Ausstattung durchgeführt wird. Die Entscheidung ob und wenn ja, in welcher Art eine Stammzelltransplantation in Frage kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Von der Art der Leukämie, dem Stadium der Erkrankung, dem Alter des Patienten, möglichen Begleiterkrankungen und den Prognosefaktoren. In klinischen Studien wird deshalb geprüft, für welche Patienten welche Art der Stammzelltransplantation geeignet ist.

Ablauf einer allogenen Stammzelltransplantation

Weitere Informationen zur Stammzelltransplantation

Hier finden Sie eine Auswahl von Links zu Patienteninformation zum Thema Stammzelltransplantation. Zudem sollten Sie auch an Ihrem eigenen Transplantationszentrum gezielt nach Patienteninformationen fragen.

 

Print this Document   Sitemap   Contact  


 
top