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Stammzelltransplantation

Erstellt von: Infozentrum (Projekt 2) , am: 08.08.2006, letzte Änderung: 17.04.2008

Eine Möglichkeit der Behandlung von Leukämien ist die Stammzelltransplantation. Sie ist eine Alternative zur Knochenmarktransplantation und findet zunehmend Anwendung. Die für diese Behandlung notwendigen Stammzellen finden sich nicht nur im Knochenmark, sondern auch im zirkulierenden (peripheren) Blut. Stammzellen des Knochenmarks haben die Fähigkeit, in allen Zellen des Blutes auszureifen. Notwendige Voraussetzung ist zunächst, dass die Zahl der Leukämiezellen durch eine konventionelle Chemotherapie reduziert und eine Remission erreicht wird.


Bei einer Stammzelltransplantation handelt es sich um eine belastende und risikoreiche Therapie, weshalb sie nur in spezialisierten Kliniken mit besonderer Ausstattung durchgeführt wird. Die Entscheidung ob und wenn ja, in welcher Art eine Stammzelltransplantation in Frage kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Von der Art der Leukämie, dem Stadium der Erkrankung, dem Alter des Patienten, möglichen Begleiterkrankungen und den Prognosefaktoren. In klinischen Studien wird deshalb geprüft, für welche Patienten welche Art der Stammzelltransplantation geeignet ist.

Konditionierung

Die Stammzelltransplantation setzt sich aus zwei Phasen zusammen, der Konditionierung und der eigentlichen Transplantation. Um eine Remission zu erreichen, erhält der Patient zunächst eine sehr intensive Strahlen und Chemotherapie, deren Ziel die Zerstörung aller im Körper vorhandenen Leukämiezellen ist. Dabei werden auch alle anderen Knochenmarkzellen und die Stammzellen des Patienten zerstört. Man nennt diese Vorbereitung auf die eigentliche Übertragung Konditionierung.

Stammzelltransplantation

Bei der Transplantation werden Zellen übertragen, aus denen sich alle anderen Zellen der Blutbildung lebenslang bilden können. Diese Zellen werden als Stammzellen bezeichnet. Sie können aus dem Knochenmark oder – heute zunehmend häufiger angewandt – nach einer speziellen Vorbehandlung aus dem zirkulierenden (peripheren) Blut gewonnen werden. Die Stammzellen können entweder von einem geeigneten Spender (allogen) oder vom Patienten selbst (autolog) stammen. Der Patient erhält sie wie eine Bluttransfusion. Um Stammzellen des Spenders zu gewinnen, wird einige Stunden lang sein Blut zu einer speziellen Zentrifugeneinrichtung, dem so genannten BlutzellSeparator, geleitet. Dieser Apparat trennt das Blut in seine Bestandteile auf. Die benötigten Stammzellen werden in einem Beutel gesammelt, während die übrigen Blutbestandteile sofort wieder zum Spender zurückgeleitet werden. Um ausreichend Stammzellen für eine erfolgreiche Transplantation zu erhalten, muss dieser Vorgang, den man Leukapherese nennt, zwei bis sechs Mal durchgeführt werden. Die übertragenen Stammzellen wandern aus dem Blutkreislauf in das Knochenmark und übernehmen nach einer gewissen Zeit, die sie für die Vermehrung und Reifung benötigen, die Blutbildung des Patienten.

Allogene und autologe Stammzelltransplantation

Bei einer allogenen Stammzelltransplantation wurde ein Spender gefunden, dessen Zellen die gleichen oder sehr ähnliche Oberflächenmerkmale wie die des Patienten aufweisen. Die Stammzellen werden in diesem Fall entweder aus dem Knochenmark oder aus dem Blut entnommen. Als Spender kommen vor allem Geschwister in Frage im Rahmen einer so genannten FamilienspenderTransplantation.

Wird kein passender Familienspender gefunden, sucht man einen Fremdspender. Dies geschieht mit Hilfe von nationalen und internationalen Registern für Knochenmarkspender. Die Chance, einen passenden Fremdspender zu finden, beträgt mehr als 80 Prozent. Man spricht dann von einer FremdspenderTransplantation.

Wenn kein Familien und kein Fremdspender gefunden wird, können auch die eigenen Stammzellen des Patienten entnommen und nach einer Aufreinigung zur Beseitigung von leukämischen Restzellen sofort oder nach Jahren für eine Stammzelltransplantation verwendet werden. Die Entnahme erfolgt meist aus dem Blut und in einigen Fällen auch durch Knochenmarkpunktion.

Im Gegensatz zur Stammzelltransplantation wird dem Spender bei der Knochenmarktransplantation unter Vollnarkose ungefähr ein Liter KnochenmarkBlutGemisch aus dem Beckenknochen entnommen. Nach zwei bis drei Tagen Krankenhausaufenthalt wird der Spender nach Hause entlassen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von zwei Wochen wieder nach. Das Risiko für den Spender ist nicht größer als das Narkoserisiko selbst. Bei der Stammzellentnahme aus dem Blut wird dem Spender über mehrere Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff verabreicht, der die Produktion der Stammzellen und ihren Übertritt aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf anregt. Die Entnahme der Stammzellen ähnelt einer Blutspende und bedarf keiner Narkose. Derzeit wird bei verschiedenen Erkrankungen geprüft, ob die Übertragung von Stammzellen ähnliche oder möglicherweise sogar bessere Ergebnisse im Vergleich zur Übertragung von Knochenmark erzielen kann.

Schema der Stammzelltransplantation (PDF-Format)

Links

Hier finden Sie eine Auswahl von Links zu Patienteninformation zum Thema Stammzelltransplantation

 

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