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Ursachen von Leukämien

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , letzte Änderung: 08.07.2008

Bislang sind noch keine gesicherten Ursachen für Leukämie bekannt, auch wenn bereits mehrere mögliche Ursachen für andere Krebsarten vermutet werden. Alle Krebsformen – auch Leukämie – scheinen jedoch als Folge von Genmutationen zu entstehen. Die Ursachen sind wahrscheinlich multifaktoriell. Da die Welt immer stärker industrialisiert wird, kann man wohl davon ausgehen, dass auch die Anzahl der Risikofaktoren für eine Krebsentstehung zunehmen wird

Inhaltsübersicht

  1. Genetische Risikofaktoren
  2. Strahleneinwirkung als Risikofaktor für Leukämie
  3. Erhöhtes Leukämierisiko durch Chemikalien

Autor: Informationszentrum im Kompetenznetz, Stand: 7/2008

Genetische Risikofaktoren

Die unterschiedlichen molekularen Anomalien, die dem Krebsgeschehen zugrunde liegen, machen deutlich, dass die meisten Genmutationen nach der Geburt erworben und nicht vererbt sind. In neueren wissenschaftlichen Untersuchungen konnten bei der Leukämieentstehung Anzeichen für die Beteiligung genetischer Faktoren, insbesondere solcher, die die Genstabilität und DNAReparaturmechanismen garantieren, beobachtet werden. Einige Menschen, die entweder zu viele oder zu wenige oder aber leicht zerbrechliche Chromosomen besitzen, haben wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer akuten Leukämie, beispielsweise Kinder mit DownSyndrom.

Strahleneinwirkung als Risikofaktor für Leukämie

Die Einwirkung von ionisierenden Strahlen wird seit langem als eine mögliche Entstehungsursache für Leukämie vermutet. Wir kennen sie vorwiegend als Röntgenstrahlen und ultraviolette Strahlung. Bevor dieses Risiko erkannt wurde, erkrankten Radiologen, die über einen längeren Zeitraum hohen Strahlendosen ausgesetzt waren, sehr viel häufiger an Leukämie als durch das normale Zufallsrisiko zu erwarten gewesen wäre. Dabei sind hohe Strahlenbelastungen solche, wie sie durch Atombombenexplosionen verursacht wurden. Dieser Zusammenhang wurde am überzeugendsten in einer Studie über die Überlebensdauer von Einwohnern in Hiroshima und Nagasaki nach dem Atombombenabwurf 1945 festgestellt, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von AML und CML deutlich belegt. Der Einsatz von Röntgenstrahlen zur Untersuchung gilt nicht als Leukämie auslösend. Trotzdem weiß man, dass sich der Effekt von Röntgenstrahlen im Körper im Laufe des Lebens addiert. Deshalb gilt, dass Röntgenuntersuchungen nur dann durchgeführt werden sollen, wenn sie wirklich notwendig sind. Durch Dokumentation von Röntgenuntersuchungen in besonderen „Röntgenpässen“ und Aufbewahren von Röntgenbildern können auch Patienten dazu beitragen, dass unnötige Aufnahmen vermieden werden.

Erhöhtes Leukämierisiko durch Chemikalien

Ähnlich problematisch wie der Beweis des ursächlichen Zusammenhanges zwischen Leukämie und Strahleneinwirkung ist der zwischen Leukämie und toxischen Chemikalien. Obwohl bestimmte Chemikalien direkt knochenmarktoxisch wirken und der Kontakt mit ihnen für eine Leukämie prädisponiert, scheinen andere Faktoren dabei zusätzlich eine Rolle zu spielen. Generell machen alle aromatischen Kohlenwasserstoffe sowie einige spezielle Benzole und verwandte Produkte für die Entwicklung einer akuten Leukämie empfänglich. Benzol wurde früher bei vielen industriellen Verfahren eingesetzt, beispielsweise in der Erdölindustrie, bei der Herstellung von Filmen und bei der Lederherstellung

Printing Date: 22.05.2012   ©  2006-8 ELIC European Leukemia Information Center