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Akute myeloische Leukämie

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , letzte Änderung: 22.03.2010

Die akute myeloische Leukämie des Erwachsenen


Die Patientenbroschüre zur Akuten Myeloischen Leukämie (AML) des Erwachsenen im Kompetenznetz Leukämie wurde in Zusammenarbeit mit dem UCT Frankfurt und der Leukämiehilfe Rhein-Main g.e.V. neu herausgegeben. Sie berücksichtigt den derzeitigen Stand der Forschung und erklärt die die Behandlungsmöglichkeiten bei der AML des Erwachsenen. Insbesondere enthält sie aufgearbeitete Informationen und Wissenswertes über die AML des Erwachsenen für Patienten und Angehörige. Wichtige Inhalte sind unter anderem: Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und häufige Fragen zur AML.

Auszüge aus der Patientenbroschüre, sowie den kompletten Text zum Download haben wir hier für Sie bereitgestellt. Gedruckte Broschüren können Sie gerne beim Büro der Leukämiehilfe Rhein-Main g.e.V. über buero@LHRM.de bestellen.

Autoren: Dr. med. C. H. Brandts, Dr. med. A. Kim, Prof. Dr. med. H. Serve, Klinikum der J.W.Goethe Universität, Stand: 2010

Patientenbroschüre AML

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) des Erwachsenen
AML,Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten

aus dem Inhalt:

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,
bei der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) handelt es sich um eine Krebserkrankung, die sich aus unreifen Vorstufen von Knochenmarkzellen entwickelt. Innerhalb der letzten Jahrzehnte wurde auf diesem Gebiet intensive Forschungsarbeit geleistet, so dass sich die Behandlungsmöglichkeiten und damit auch die Heilungschancen deutlich verbessert haben. Ist die Diagnose bei Ihnen oder einer Ihnen nahestehenden Person gestellt worden, sollten Sie nicht verzweifeln. Während die AML früher als unheilbare Erkrankung galt ist die Aussicht auf eine Heilung mittlerweile durchaus in greifbare Nähe gerückt. Verständlicherweise löst die Auseinandersetzung mit der Erkrankung eine Vielzahl existenzieller Ängste aus und der Umgang damit ist bei allen Beteiligten unterschiedlich. Unserer Ansicht nach besteht die beste Möglichkeit, diesen Ängsten zu begegnen, sich über die AML umfassend zu informieren. Gut informiert zu sein wirkt dem Gefühl entgegen, der Krankheit und ihren Folgen hilflos ausgeliefert zu sein. Diese Informationsbroschüre soll außerdem die Kommunikation mit Ihrem Arzt erleichtern, hat aber nicht die Intention Ihre Ärztin/Ihren Arzt als Hauptansprechpartner zu ersetzten. Zögern Sie nicht Ihren behandelnden Ärzten Fragen zur Diagnose, zur Prognose und zur Behandlung zu stellen. Ein Beratungsgespräch unter Einbeziehung der Ergebnisse aktueller Studien bringt mehr Entscheidungssicherheit und Verständnis über den weiteren Krankheits- und Behandlungsverlauf. ...

Was ist eine akute myeloische Leukämie (AML)?

Der Begriff Leukämie bedeutet „weißes Blut“ und entstand aus der Beobachtung einer Vermehrung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Dieser Begriff wurde erstmals 1845 von Rudolf Virchow verwendet und hat seitdem Eingang in die Medizin gefunden. Leukämien sind bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems (Blutkrebs). Akute Formen entwickeln sich im Gegensatz zu chronischen Formen innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten. ...

Ursachen der AML

Ursache der AML ist die bösartige Entartung einer unreifen myeloischen Zelle. Diese besteht darin, dass sich die Zelle durch Veränderungen des Erbmaterials (der Gene) unkontrolliert zu teilen beginnt. Sie vermehrt sich plötzlich schneller als andere Zellen. Die deutliche Vermehrung der Leukämiezellen kann man in der rechten Abbildung von einem Knochenmarkausstrich erkennen. Die ursächlichen Genveränderungen sind nicht erblich, sondern treten im Laufe des Lebens auf. ...

Einteilung/ Formen der AML

Die AML ist keine einheitliche Erkrankung. Eingeteilt wird sie anhand genetischer, immunologischer und äußerer Zellmerkmale, die bei der Diagnose durch verschiedene Untersuchungsmethoden bestimmt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primärer (de novo) AML und sekundärer AML. Beide Formen unterscheiden sich hinsichtlich der Biologie der Erkrankung sowie dem therapeutischen Vorgehen. Bei einer sekundären AML ist die Erkrankung nicht primär (de novo) aufgetreten, sondern hat sich aus einer schon vorher bestehenden Knochenmarkerkrankung weiter entwickelt. Auch AML-Erkrankungen, die nach Chemotherapie oder Bestrahlung entstehen werden als sekundär bezeichnet. Leider hat die sekundäre AML insgesamt eine schlechtere Prognose als die primäre Form, weil hier oft mehrere genetische Veränderungen vorliegen. Eine spezielle Therapie für die sekundäre AML existiert nicht, sondern man therapiert sie analog zur primären Form. ...

Symptome bei AML

Die Krankheitszeichen einer AML können individuell sehr unterschiedlich und verschieden stark ausgeprägt sein. Manche Patienten haben kaum Symptome und die Leukämie wird zufällig während einer routinemäßigen Blutuntersuchung entdeckt. In selteneren Fällen sind Blut und Knochenmark weitgehend unauffällig und die Leukämie äußert sich durch einen Organbefall. Hierbei können alle Organe betroffen sein.
Das Auftreten der beschriebenen Krankheitszeichen muss nicht unbedingt bedeuten, dass eine Leukämie vorliegt. Viele dieser Symptome sind unspezifisch und treten auch bei vergleichsweise harmlosen Erkrankungen auf. Bei anhaltenden Beschwerden ist es jedoch ratsam, deren Ursache zu klären und so bald wie möglich einen Arzt zu konsultieren. Sollte tatsächlich eine akute Leukämie vorliegen, muss möglichst zügig mit einer Behandlung begonnen werden. ...

Diagnostik bei Verdacht auf eine AML

Viele Patienten haben Angst vor der Diagnose einer Blutkrebserkrankung und schieben einen Arztbesuch vor sich her. Obwohl dieses Verhalten verständlich ist, ist eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig. Weil die AML meist plötzlich beginnt und sich rasch entwickelt, ist ein schneller Beginn der Therapie für den weiteren Verlauf entscheidend. Da die Krankheit insgesamt eher selten ist und sich ähnliche Symptome auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen zeigen, verzögert sich häufig die richtige Diagnose. Stellt sich ein Patient mit einer entsprechenden Symptomatik beim Hausarzt vor und finden sich aufgrund der Krankheitsgeschichte und der körperlichen Untersuchung Hinweise auf eine akute Leukämie, wird zunächst das Blut untersucht (1. Stufe). Es wird ein Differentialblutbild angefertigt, bei dem unter dem Mikroskop gezählt wird, in welcher Menge die verschiedenen weißen
Blutkörperchen (Granulozyten, Monozyten, Lymphozyten) sowie unreife Vorstufen (Blasten) oder andere auffällige Zellen im Blut vorhanden sind. Bestätigt sich dabei der Verdacht (z.B. bei Vorhandensein unreifer Zellen, Blutarmut, Thrombozytenmangel oder Vermehrung/Verminderung der Leukozyten) wird der Patient zur weiteren Diagnostik in ein spezialisiertes Krankenhaus überwiesen (2. Stufe). ...

Therapie der AML

Während die AML vor ungefähr 40 Jahren als eine unheilbare Erkrankung galt, ist das Behandlungsziel heute in vielen Fällen die Heilung des Patienten. Die Behandlung der AML bestehend aus unterschiedlichen Therapiepfeilern, die möglichst individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten, in verschiedenen Formen kombiniert werden können. Bitte lesen Sie zur Ergänzung zu diesem Kapitel auch den entsprechenden Teil der „Blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe. Wesentliche Elemente der Therapie sind eine Chemotherapie mit einer flankierenden Therapie zur Behandlung der Nebenwirkungen sowie eine periphere Stammzell- oder eine Knochenmarktransplantation, gegebenenfalls in Kombination mit einer Strahlentherapie. Diese sollen im Folgenden näher beschrieben werden: ...

Leben mit AML - was kann man selber tun?

Für den Erfolg der Therapie ist in erster Linie eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Behandlungsteam wichtig. Zu diesem Team gehören das Klinikpersonal mit Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und Krankengymnasten, sowie auch niedergelassene Ärzte (Hausarzt und Hämatologe/Onkologe). Ein Vertrauensverhältnis und eine gute Kommunikation sind dabei wichtige Vorraussetzungen. Sie sollten sich auch nicht scheuen, sich gegebenenfalls eine zweite Meinung einzuholen. Berücksichtigen Sie aber dabei, dass zu viele Meinungen der Sache nicht dienlich sind. Aus unserer Sicht hat es sich oft bewährt, sich frühzeitig einen Arzt zu suchen, der Sie und Ihre Krankheitsgeschichte kennt und der den Krankheitsverlauf überblickt. So haben Sie immer, außer den ständig wechselnden, einen festen Ansprechpartner, der mit Ihnen beispielsweise die Kontrolluntersuchungen plant und Sie nach der Therapie weiter betreut. ...

Weiterführende Informationen, englisch- und deutschsprachig, finden Sie unter Links

Wichtige Adressen

Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe e.V.

Patientenbeistand: Dr. med. Ulrike Holtkamp
Geschäftsstelle Thomas-Mann-Straße 40
53111 Bonn
Telefon 0228 33 88 9 200
Telefonsprechzeiten montags bis freitags von 9:00-12:00 Uhr und von 14:00-16:00 Uhr, außer Mittwochnachmittag
Telefax 0228 33 88 9 222
E-Mail info@leukaemie-hilfe.de
Internet http://www.leukaemie-hilfe.de
Besuche Nur nach vorheriger Absprache/Anmeldung möglich

Krebsinformationsdienst (KID)

Redaktion: Dr. sc. hum. Birgit Hiller, Dr. rer. nat. Nina Mossadegh-Mörsch
Postadresse:
Krebsinformationsdienst KID
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Telefon (Büro): 06221/42 28 90
Telefon (Informationsdienst für krebsbezogene Anfragen): 0800 - 420 30 40
täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr
Anrufe aus dem deutschen Festnetz sind unter dieser Telefonnummer gebührenfrei.
Fax: 06221/40 18 06
Internet: http://www.krebsinformationsdienst.de/index.html

Deutsche Krebshilfe e.V.

Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon: 02 28/7 29 90–0
Telefax: 02 28/7 29 90–11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
Internet: http://www.krebshilfe.de/139.0.html

 

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