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Knochenmark-Spende

Erstellt von: Infozentrum (Projekt 2) , am: 03.08.2006, letzte Änderung: 17.04.2008

Was bedeutet "Knochenmarkspende" und wie ist der Ablauf? Wer kann spenden und an wen wendet man sich?

Autor: Informationszentrum im Kompetenznetz, Stand: 4/2008

Knochenmarkspende / Stammzellspende

Im allgemeinen werden Leukämien zunächst mit einer Chemotherapie behandelt, d.h. mit Medikamenten, die zu einer Abtötung der Leukämiezellen führen. In einigen Fällen reicht dies jedoch nicht aus. Das gilt z.B. für:

  • Patienten, bei denen sich die Leukämie trotz Chemotherapie nicht vollständig zurückbildet
  • Patienten, die einen Rückfall der Erkrankung erleiden
  • Patienten, die eine Leukämieform haben von der bekannt ist, daß die Heilungschancen mit Chemotherapie alleine schlecht sind

In diesen Fällen stellt die Knochenmarktransplantation (auch als Stammzelltransplantation bezeichnet) häufig die einzige Überlebenschance dar.

Dazu wird ein gesunder Spender benötigt, dessen Stammzellen dem Patienten übertragen werden können. Meist wird zunächst im Familienkreis nach einem Spender gesucht. Wenn diese Suche nicht erfolgreich ist, versucht man einen unverwandten Spender in einem Register für freiwillige Stammzellspender zu finden.

Voraussetzung für eine Stammzelltransplantation von einem unverwandten Spender ist, daß die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. Deshalb ist eine sog. Typisierung erforderlich. Dabei werden die wichtigen Gewebemerkmale - z.B. auf Blutzellen oder Zellen der Mundschleimhaut - bestimmt. Da die notwendige Übereinstimmung bei nicht- verwandten Personen sehr selten ist, ist es wichtig eine große Zahl von möglichen Spendern verfügbar zu haben, um für einzelne Patienten einen passenden Spender zu finden.

Gesunde Erwachsene können sich als Knochenmarkspender registrieren lassen. Nähere Informationen zu Ablauf, häufigen Fragen etc. gibt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS)

Vorgehen: Personen, die Stammzellspender werden möchten sollten mit einem der zentralen oder regionalen Spenderregister (s.Links) Kontakt aufnehmen und sich registrieren lassen. Dort ist man auch gerne bereit weitere Fragen zu beantworten.

Weiterer Ablauf:

  1. Eine Gewebeprobe (kleine Blutprobe oder Probe der Mundschleimhaut) wird im Hinblick auf die Gewebemerkmale analysiert
  2. Die entsprechenden Angaben werden in anonymisierter Form (d.h. ohne Angabe des Namens) in eine Datenbank eingegeben und stehen national und international für die Spendersuche zur Verfügung
  3. Werden Knochenmark/Stammzellen für einen bestimmten Patienten, dessen Gewebemerkmale übereinstimmen gesucht, erfolgt erneut eine Kontaktaufnahme mit dem Spender. Nach Erfahrungen der Deutschen Knochenmarkspender-Datei erfolgt dies bei nur ca. 5% der registierten Spender
  4. Der weitere Ablauf richtet sich danach ob eine Knochenmark- oder Stammzellspende benötigt wird. Nähere Informationen gibt die DKMS
  5. Es ist auch dann noch möglich das Einverständnis in die Stammzellspende zurückzuziehen!

Links für Knochenmarkspender

In Deutschland befassen sich mehrere gemeinnützige Organisation mit der Suche nach freiwilligen Knochenmark- und Stammzellspendern und führen entsprechende Register.
Ziel dieses Organisationen ist die Bereitstellung von Informationen über die Knochenmark- und Stammzellspende. So soll die Zahl der freiwilligen Spender in Deutschland erhöht und damit die Heilungschancen für Leukämiepatienten verbessert werden. Freiwillige Spender werden in Registern geführt, das national und international für die Suche nach Stammzellspendern für einzelne Patienten zur Verfügung gestellt werden.

 

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