
Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , letzte Änderung: 17.04.2008
Besteht der Verdacht auf Leukämie, werden Untersuchungen durchgeführt, die notwendig sind, um die Diagnose zu sichern. Im Folgenden werden eine Reihe der gängigsten Untersuchungsverfahren und ihre Bedeutung vorgestellt
Autor: Netzwerkzentrale, Mannheim
Leukämie wird normalerweise durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Dafür wird dem Patienten Blut aus der Armvene entnommen und in einem Blutbild die Gesamtzahl der Leukozyten gemessen. Während die Leukozytenzahl eines Gesunden zwischen 4.000 und 10.000 Mikroliter liegt, ist sie bei einem an Leukämie erkrankten Patienten deutlich erhöht und kann Werte zwischen 20.000 und 200.000 Mikroliter aufweisen. Ist die Anzahl der Leukozyten sehr stark erhöht, wird das Blut unter einem Mikroskop untersucht. Um die Zellen genauer zu charakterisieren, werden sie eingefärbt. Es ist jedoch nicht immer möglich festzustellen, welche Leukozytenart vorrangig betroffen ist. Manchmal ist die Zuordnung zu einem bestimmten Leukämietyp schwierig, so dass weitere Untersuchungen benötigt werden
Die Knochenmarkuntersuchung ist unabhängig von der Untersuchung des Blutbildes und wird heute routinemäßig bei der Erstdiagnostik aller Leukämiepatienten durchgeführt, auch dann, wenn die Diagnose bereits durch einen Blutausstrich gesichert wurde. Denn das entnommene Material liefert zusätzliche Informationen, die besonders für die Therapieplanung wertvoll sind. Benötigt wird eine kleine Menge Knochenmark, ungefähr fünf bis zehn Milliliter, das entweder aus dem Brustbein (Sternalpunktion) oder meist aus dem Beckenknochen (Beckenkammbiopsie) entnommen wird. Punktion und Biopsie erfolgen meistens unter örtlicher Betäubung und am besten im Liegen. Eine Spezialnadel wird zunächst bis zum Knochen, dann durch die feste Schicht des Knochens bis in die Spongiosa, die das Knochenmark enthält, vorgeschoben. Über eine der Punktionsnadel aufgesetzte Spritze wird eine kleine Menge, ungefähr drei bis fünf Milliliter, Knochenmarkblut abgesaugt. Anschließend verklebt der behandelnde Arzt die Einstichstelle mit einem Pflaster, auf das er für etwa eine halbe Stunde einen kleinen Sandsack legt. So wird verhindert, dass es zu einer Nachblutung kommt. Das so gewonnene Knochenmark wird auf Glasplättchen ausgestrichen, dann gefärbt und unter dem Mikroskop vom Arzt im Hinblick auf Aussehen und Anzahl der Knochenmarkzellen begutachtet sowie histologisch aufgearbeitet (morphologische und zytochemische Untersuchung). Blutbild und Knochenmarkpunktion erlauben genaue Aussagen über die Zusammensetzung und das Aussehen von Blut und Knochenmark
Die Sonographie des Bauches (Abdominalsonographie) verschafft einen Überblick über die inneren Organe wie Leber, Nieren, Milz und Darm. Auch Lymphknoten, die wegen des Eindringens von Krebszellen oder aufgrund einer Entzündung vergrößert sind, können sonographisch gut erfasst werden. Die Untersuchung mit Ultraschall hat den Vorteil, dass sie wiederholt werden kann, da sie die Patienten keiner schädlichen Strahlenbelastung aussetzt.
Die Computertomographie, auch CT genannt, ist ein Verfahren, mit dem röntgenologische Schnittbilder von allen Körperregionen hergestellt werden. Anders als das normale Röntgenbild zeigen diese den Körper im Querschnitt und liefern dadurch zusätzliche Informationen. Im Computertomogramm können beispielsweise vergrößerte Lymphknoten und ihre Beziehung zu den Organen bzw. Strukturen in der Nachbarschaft dargestellt werden.
Die Kernspintomographie, auch Magnet–Resonanz–Tomographie, kurz MRT, genannt, ist ein kostenintensives Verfahren, das im Gegensatz zu Röntgentechniken mit Magnetfeldern arbeitet. Es findet in der Diagnostik von Leukämieerkrankungen, zum Beispiel zur Untersuchung von Hirn und Rückenmark, immer häufiger Anwendung, weil es eine sehr hohe Auflösung und die Darstellung kleiner Strukturen des Körpers ermöglicht. Die Aufnahmen überzeugen durch einen hervorragenden Weichteilkontrast. Bei der Kernspintomographie ist der Patient keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.