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Die Behandlung von Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuten myeloischen Leukämie stellt nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. In der vorgestellten und in Leukemia publizierten Arbeit wurde CLARA als Salvagetherapie mit anschließender allogener Stammzelltransplantation untersucht (BRIDGE Studie der Studienallianz Leukämie (SAL)).

Ergebnisse der BRIDGE-Studie

Autor: Jan Moritz Middeke und Johannes Schetelig, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Originalarbeit
Middeke JM, Herbst R, Parmentier S, Bug G, Hanel M, Stuhler G, Schafer-Eckart K, Rosler W, Klein S, Bethge W, Bitz U, Buttner B, Knoth H, Alakel N. Clofarabine salvage therapy before allogeneic hematopoietic stem cell transplantation in patients with relapsed or refractory AML: results of the BRIDGE trial. 2016;30(2):261-7. PMID: 26283567. doi: 10.1038/leu.2015.226.

Abbildung 1: Gesamtüberleben für alle eingeschlossenen Patienten (n = 84). (Nachdruck von Middeke JM et al. Clofarabine salvage therapy before allogeneic hematopoietic stem cell transplantation in patients with relapsed or refractory AML: results of the BRIDGE trial. Leukemia. 2016;30(2):261-7. doi: 10.1038/leu.2015.226.)

Die Behandlung von Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuten myeloischen Leukämie (AML) stellt nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Eine allogene Stammzelltransplantation ist die einzig kurative Behandlungsoption für geeignete Patienten. Die optimale Salvagetherapie und der Zeitpunkt der Transplantation sind aktuell nicht abschließend definiert.
In der hier vorgestellten Arbeit wurde CLARA (Clofarabin (30 mg/m² Tag 1-5) in Kombination mit Cytarabin (1000 mg/m² Tag 1-5)) als Salvagetherapie für Patienten mit rezidivierter oder refraktärer AML im Alter von 40-75 Jahren geprüft. Bei Vorliegen eines passenden Familien- oder Fremdspenders und Ansprechen auf die Salvagetherapie war eine allogene Stammzelltransplantation in Aplasie nach einer Konditionierung mit Clofarabine (30 mg/m² Tag -6 bis -3) und Melphalan (140 mg/m² Tag -2) für alle Patienten geplant. Die Studienergebnisse bilden somit sowohl die Salvagetherapie als auch die allogene Transplantation ab.
In dieser multizentrischen Phase II Studie der Study Alliance Leukemia (SAL) wurden insgesamt 84 Patienten mit AML eingeschlossen. Das mediane Alter lag bei 61 Jahren. Bei 43 Patienten lag ein Rezidiv zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses vor, bei 41 Patienten lag eine refraktäre AML nach intensiver Induktionschemotherapie vor.

Abbildung 2: Krankheitsfreies Überleben für Patienten nach allogener Transplantation (n = 50). (Nachdruck von Middeke JM et al. Clofarabine salvage therapy before allogeneic hematopoietic stem cell transplantation in patients with relapsed or refractory AML: results of the BRIDGE trial. Leukemia. 2016;30(2):261-7. doi: 10.1038/leu.2015.226.)

Am Tag 15 nach dem ersten Zyklus CLARA hatten 26 % der Patienten < 5 % Blasten im Knochenmark und 79 % eine Reduktion der Blastenanzahl. Insgesamt konnten 67 % aller eingeschlossenen Patienten im Rahmen der Studie im Median nach 34 Tagen allogen transplantiert werden. Zehn Patienten hatten einen passenden Familienspender, 30 Patienten einen voll passenden und 16 einen partiell passenden Fremdspender. Eine transiente Erhöhung der Transaminasen als Clofarabin-typische Nebenwirkung trat bei jedem zweiten Patienten auf.
Der primäre Endpunkt, eine komplette Remission am Tag 35 nach allogener Transplantation, wurde von 60 % der Patienten erreicht. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 25 Monaten lag das Gesamtüberleben für alle eingeschlossenen Patienten bei 43 % nach zwei Jahren (Abb.1). Das krankheitsfreie Überleben für Patienten, die im Rahmen der Studie transplantiert wurden, lag nach zwei Jahren bei 52 % (Abb.2).
Die in dieser Studie untersuchte Strategie bestehend aus einer Clofarabin-basierten Salvagetherapie gefolgt von einer allogenen Stammzelltransplantation in Aplasie ergab für diese Patientengruppe vielversprechenden Ergebnisse. Durch die Kombination sowohl der Salvagetherapie als auch der allogenen Transplantation in einer Studie sowie des hohen medianen Alters von 61 Jahren erlauben diese Daten eine realistische Einschätzung der zu erreichenden Ergebnisse für diese schwierig zu behandelnde Patientengruppe.

Erstellt von: Hehn (Informationszentrum) am 14.03.2016, letzte Änderung: 15.03.2016