

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , letzte Änderung: 17.02.2009
Autor: H. Serve, U. Brunnberger, Universitätsklinikum Frankfurt , aus Rundbrief Nr. 11/ 2007
Sorafenib (Nexavar®) ist ein oral verfügbarer Multikinaseinhibitor, der Proliferation und Angiogenese durch die Inhibition von Raf-Kinase, c-Kit, VEGFR-2 und -3 sowie PDGFR- und FLT-3 hemmt. Bei akuten myeloischen Leukämien und myelodysplastischen Syndromen gibt es durch präklinische Daten Hinweise darauf, dass die Aktivierung des Ras/Raf-Kinase-Signalwegs pathogenetisch bedeutsam ist. Als Inhibitor der Rezeptortyrosinkinase FLT-3 könnte Sorafenib zudem für die Untergruppe von AML-Patienten mit FLT-3-aktivierenden Mutationen von besonderer Bedeutung sein. Phase I- Daten bei Patienten mit AML/MDS zeigten bei einigen Patienten ein Ansprechen, ohne dass jedoch mit einer Monotherapie komplette Remissionen erreicht werden konnten. Daher wird Sorafenib derzeit in einer multizentrischen Phase II Studie in Kombination mit Chemotherapie bei älteren Patienten mit neu diagnostizierter AML geprüft. An dieser Studie nehmen 17 Zentren in ganz Deutschland teil. Die empfohlene Tagesdosis von Sorafenib liegt bei 2 x 400 mg, a s Dosis-limitierende Nebenwirkungen in Phase-I-Studien traten Diarrhöen, Fatigue und kutane Toxizitäten auf. Im Juli 2006 erhielt Sorafenib die Zulassung für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms, nachdem in der Zulassunggsstudie (TARGET) das mediane progres- sionsfreie Überleben der Patienten im Vergleich zum Placebo-Arm von 12 auf 24 Wochen gesteigert werden konnte. Unerwünschte Wirkungen sind zumeist leicht, klinisch gut beherrschbar und nach Absetzen des Medikamentes vollständig reversibel. Am häufigsten treten Diarrhöen, kutane Nebenwirkungen wie Hand-Fuß-Syndrom sowie Fatigue und Hypertonie auf. Hämatologische Toxizitäten sind sehr selten und in der Monotherapie nur gering ausgeprägt.