

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , letzte Änderung: 17.02.2009
Autor: N.Gökbuget, Universitätsklinikum Frankfurt aus Rundbrief Nr. 11 / 2007
Nelarabine ist ein neues Zytostatikum aus der Gruppe der Purin-Nukleosid-Analoga. Es handelt sich um ein wasserlösliches Prodrug von Arabinofuranoylguanin (aAra-G), einem Deoxyguanosine-Derivat. Die aktivierte Triphosphat-Form (ara-GTP) führt zur Hemmung der DNA-Synthese und zum Zelltod. Nelarabine hat eine spezifische Wirkung auf T-lymphatische Blasten, die auf eine verstärkte Akkumulation und einen verzögerten Abbau von ara-GTP in diesen Zellen zurückgeführt wird. In den US-amerikanischen Zulassungsstudien wurde bei 39 pädiatrischen Patienten mit rezidivierter oder refraktärer T-ALL eine Remissionsrate von 23% beschrieben. Bei 28 erwachsenen Patienten lag die CR-Rate bei 21%. Als dosislimitierende Toxizität wurde Neurotoxizität beschrieben. Aufgrund der vorgelegten Daten wurde die Substanz in den USA zugelassen. In Deutschland führt die GMALL-Studiengruppe eine Studie bei rezidivierter und refraktärer T-ALL oder T-lymphoblastischen Lympho- men durch. Auch Patienten mit minimaler Resterkrankung können einge hlossen werden. Die Remissionsrate bei inzwischen mehr als 100 Patienten liegt bei etwa 40%. Im Vergleich zu anderen Therapieoptionen waren die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Nelarabine deutlich besser. Eine Integration von Nelarabine in die Primärtherapie der ALL ist von Interesse und eine erste pädiatrische Studie wurde in den USA begonnen.