
Erstellt von: Schäfer , letzte Änderung: 15.12.2010
Frank Stegelmann, Konstanze Döhner und Richard F. Schlenk (Universtitätsklinikum Ulm, Klinik für Innere Medizin III, Ulm) aus dem Rundbrief 15, September 2010
Phase-II-Studie zu Pomalidomid bei der Myelofibrose
aus dem Inhalt:
Im Dezember 2009 wurde von der deutschen Studiengruppe Myeloproliferative Neoplasien (MPNSG) die MPNSG-01-09-Studie aktiviert. Es handelt sich um eine Studie der Phase-II zum Einsatz von Pomalidomid bei Patienten mit Myelofibrose. Pomalidomid gehört zu der Gruppe immunmodulatorischer Medikamente (sog. IMiDe), zu denen auch Thalidomid und Lenalidomid zählen. Hintergrund für den Einsatz von IMiDen sind aktuell veröffentlichte Daten, die eine Verbesserung der Hämatopoese bei MPN-Patienten mit Myelofibrose aufzeigen. Die Ergebnisse aus dieser vierarmigen Phase-II-Studie mit Pomalidomid zeigen, dass Pomalidomid im Vergleich zu den anderen IMiDen eine deutlich geringere Nebenwirkungsrate aufweist, insbesondere in Bezug auf Somnolenz, Myelosuppression und Polyneuropathie. Die oral verfügbare Substanz scheint in den Dosisstufen 0,5 mg/d und 2 mg/d insbesondere wirksam zur Behandlung der Anämie zu sein. Bei 23-30% der Patienten kam es zu einem Hämoglobin- Anstieg von mindestens 2 g/dl. Die Ergebnisse der 2-Jahres-Verlaufskontrolle, die auf dem letztjährigen Kongress der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt wurden, bestätigen das günstige Nebenwirkungsprofil des Medikaments bei aufrechterhaltener Wirksamkeit. ...