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Erstellt von: Infozentrum (Projekt 2) , am: 20.11.2006, letzte Änderung: 14.02.2008
Autor: PD Dr. M. Griesshammer, Universitätsklinikum Ulm (2004)
Die idiopathische Myelofibrose/Osteomyelofibrose (OMF) ist eine klonale Stammzellerkrankung mit frühzeitiger Myelofibrose und Osteosklerose und extramedullärer Hämatopoese. Im Verlauf der Erkrankung zunehmende Splenomegalie, Anämie oder Panzytopenie. Mittleres Erkrankungsalter 60 Jahre. Inzidenz nicht sicher bekannt, seltener als die Polycythaemia vera.
Splenomegaliebedingte Oberbauchbeschwerden, anämiebedingte Leistungsminderung. Nicht exakt definierbare "rheumatische" Glieder- und Gelenkschmerzen.
Anämie mit zum Teil deutlicher Vermehrung der Normoblasten und Linksverschiebung der Granulopoese bis hin zu Myeloblasten. Poikilozytose, Anisozytose, "Tränentropfenform" der Erythrozyten. In der Anfangsphase zumeist Leuko- und Thrombozytose, Splenomegalie mit extramedullärer Hämatopoese, ALP-Index normal bis erhöht. Erhöhte Harnsäure- und LDH-Werte.
Zytologie meist unergiebig (Punctio sicca). Histologie: In Frühstadien ist eine Hyperplasie der Megakaryopoese und Granulopoese möglich und mit der Diagnose vereinbar. Im typischen Fall Knochenmarkfibrose, zusätzlich in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium hämatopoetische Anteile nachweisbar, dabei Dominanz atypischer Megakaryozyten. In Spätstadien nur noch Fibrose und Sklerose.
Andere chronische myeloproliferative Erkrankungen, Markfibrosen bei malignen und entzündlichen Erkrankungen, interstitielle Myelitis, Haarzellenleukämie, akute Myelofibrose (akute Leukämie mit begleitender Fibrose, am häufigsten AML M7), MDS mit Fibrose.
Bei manchen Fällen Abgrenzung von der CML mittels Bestimmung des Philadelphia-Chromosoms oder bcr/abl-Rearrangements erforderlich.
Eine kurative Therapie ist nicht bekannt, abgesehen von den seltenen jüngeren Patienten, bei denen die allogene Knochenmarktransplantation zu erwägen ist.
Erythrozytenkonzentrate bei Hb < 8 g/dl und bei klinischer Symptomatik. Gegebenenfalls Eisenentzug durch Desferoxamin. Thrombozytenkonzentrate in ausgewählten Fällen bei Blutung.
Eine gesicherte Therapie der OMF ist nicht bekannt. Folgende Therapieverfahren können versucht werden:
Bei Thrombozytenzahlen > 1000 - 1500x109/l, thromboembolischen Komplikationen, splenomegaliebedingten Beschwerden myelosuppressive Therapie mit z.B. Hydroxyurea in vorsichtiger Dosierung. Splenektomie oder Milzbestrahlung in niedrigen Dosen unter Umständen bei intolerablen splenomegaliebedingten Beschwerden, hohem Transfusionsbedarf durch Hypersplenismus. Indikationsstellung nur durch Fachhämatologen! Ein neuerer Therapieansatz bei OMF ist die Myeloablation mit peripherer autologer Stammzelltransplantation; Prüfung erfolgt momentan in Studien.
Printing Date: 21.05.2012 © 2006-8 ELIC European Leukemia Information Center