AMLSG 06-04: Diese Studie hat den Titel „Phase III-Studie zu Valproinsäure in Kombination mit All-trans-Retinol, Standard-Induktions- und Konsolidierungstherapie bei älteren Patienten mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie“. In Abbildung 2 ist das Ablaufschema der AMLSG 06-04 Studie dargestellt. Der Standardarm dieser Studie basiert im Wesentlichen auf den Ergebnissen der randomisierten AML HD98B Studie. In dieser Studie konnten wir zeigen, dass die Kombinationstherapie von konventioneller Chemotherapie mit All-trans-Retinol in der Induktions- und Konsolidierungstherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie zu einer signifi kant höheren Rate an Remissionen, einem besseren, ereignisfreien und Gesamtüberleben führt. Außerdem war in der Konsolidierungstherapie eine zweite intensive Chemotherapie mit Idarubicin und Etoposid einer peroralen Erhaltungstherapie mit den gleichen Substanzen in Bezug auf die kumulative Inzidenz an Rezidiven und das Gesamtüberleben signifi kant überlegen. In den letzten Jahren konnten die molekularen Mechanismen, welche der fehlenden Ausreifung von Leukämiezellen zugrunde liegt, teilweise aufgeklärt werden. Aktuell steht u.a. die epigenetische Regulation der Transkription im Fokus möglicher therapeutischer Interventionen. Im Prüfarm wird Valproinsäure eingesetzt. Dieses „alte Medikament“ ist seit vielen Jahren das Medikament der ersten Wahl in der Prophylaxe generalisierter epileptischer Anfälle. Aktuelle Untersuchungen, die federführend von Herrn Prof. Göttlicher (GSF München) durchgeführt wurden, zeigen eine starke Wirksamkeit von Valproinsäure auf epigenetische Regulationsmechanismen. Die Kombination mit All-trans-Retinol scheint hier einen synergistischen Effekt zu haben.









