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Neue Studien für die akute lymphatische Leukämie (ALL) des Erwachsenen¶

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 08.12.2006, letzte Änderung: 19.02.2009

8/2004

Autoren: N. Gökbuget, D. Hoelzer, Universitätsklinikum Frankfurt Main für Teilprojekt 9 (aus Rundbrief Nr.8 , August 2004)

Die immer besser werdende biologische Charakterisierung der ALL hat gezeigt, dass es sich um keine einheitliche Erkrankung handelt, sondern dass Subgruppen mit spezifi - schen klinischen, biologischen und prognostischen Merkmalen vorliegen. Entsprechend gibt es in der Therapie einen Trend zu Subgruppen- spezifi schen und zielgerichteten Therapien, der von der deutschen ALL-Studiengruppe (GMALL) führend vertreten wird. In der Konsequenz werden zunehmend Studien für spezielle Subgruppen und Erkrankungsphasen aktiviert.

Neben dem Einsatz von Imatinib in der Behandlung der Ph/BCR-ABL-positiven ALL betrifft dies derzeit v.a. den Einsatz monoklonaler Antikörper. Der CD20-Antikörper Rituximab wurde zunächst in der Therapie der reifen B-ALL, der Burkitt-Lymphome und anderer hochmaligner B-NHL eingesetzt. Nachdem sehr vielversprechende Zwischenergebnisse mit einem Überleben von über 90 Prozent nach einem Jahr erzielt wurden 1, wird Rituximab auch in der Therapie älterer ALL-Patienten (GMALL-Elderly 1/2003) eingesetzt. Eine weitere Studie mit Rituximab für Patienten mit B-Vorläufer-ALL und Standardrisiko wurde nun aktiviert. Ziel ist hier vor allem die Erhöhung der Rate molekularer Remissionen, die durch Messung der minimalen Resterkrankung (MRD) bestimmt wird. Im Rahmen der laufenden Studie GMALL 07/2003 wird Rituximab künftig auch für Hochrisiko- Patienten mit B-Vorläufer-ALL eingesetzt (Amendment 1 der Studie 07/2003). Eine Studie mit dem CD52-Antikörper MabCampath für rezidivierte oder MRD-positive T-ALL läuft bereits seit längerem.

Weiterhin wurde eine Studie für T-lymphoblastische Lymphome (T-LBL) initiiert. Bei dieser Entität wurden sehr gute Ergebnisse bei Behandlung nach ALL-Protokollen erzielt 2. Die Studie basiert auf der GMALL-Studie 07/2003, berücksichtigt aber biologische Besonderheiten der T-LBL – insbesondere die Therapie der Mediastinaltumoren. Schließlich wurde eine Studie mit einem neuen liposomalen Cytarabin-Präparat (DepoCyte®) für die intrathekale (i.th.) Therapie von ZNS-Rezidiven aktiviert. Aufgrund der längeren Halbwertszeit ersetzt eine Gabe von Depocyte® etwa zehn Tage Therapie mit zwei bis drei wöchentlichen i.th. Gaben konventioneller Zytostatika und bringt für Patienten damit eine Verbesserung der Lebensqualität.

KurztitelStudienartZielgruppeTherapie
GMALL 07/2003 mit Rituximab bei B-Vorläufer Standardrisiko Multizentrisch
TOP*
B-Vorläufer ALL
Standardrisiko
15 - 65 Jahre
Analog zu GMALL 07/2003 + 8 Gaben Rituximab
GMALL 07/2003 bei T-lymphoblastischen LymphomenMultizentrisch
TOP*
T-lymphoblastische Lymphome
15 - 65 Jahre
Analog zu GMALL 07/2003 über 1Jahr + Mediastinalbestrahlung
Depocyte® bei ZNS-RezidivMultizentrische
Phase II
ZNS-Rezidiv von ALL, Burkitt, B-LBL
>= 18 Jahre
2 - 6 Gaben in 2-wöchentlichen Abständen

* TOP = Therapieoptimierungsstudie

Alle Studien sind in der Tabelle zusammengefasst und stehen auf der Internetseite zum Download zur Verfügung.

 

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