
Markus Schaich (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Medizinische Klinik I, Dresden), Hubert Serve (Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Medizinische Klinik II, Frankfurt), Jiri Mayer (Masaryk University, Faculty Hospital, Internal Hematooncology Clinic, Brno) , Wolfgang Berdel (Klinikum der Westfälischen Wilhelms-Universität, Medizinische Klinik und Poliklinik A, Münster) und Gerhard Ehninger (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Medizinische Klinik I, Dresden) aus dem Jubiläumsrundbrief, Oktober 2009
Die Studien-Allianz Leukämie (SAL) ist eine kooperative Studienplattform, in der sich die Deutsche Studien Initiative Leukämie (DSIL), weite Teile der AML Cooperative Group (AMLCG) und die Czech Leukemia Study Group for Life (CELL) zusammengeschlossen haben. Die Studiengruppen behalten trotz des Zusammenschlusses ihre eigene Identität bei, so dass ein offener Austausch und die wechselseitige, selektive Teilnahme an den Studien innerhalb des Portfolios der SAL erfolgen kann. Jeder Partner kann Initiative und Verantwortung bei der Planung und Durchführung von Studien, der Begleitforschung oder der Publikation der Ergebnisse übernehmen. Der Schwerpunkt der Studienaktivitäten lag bislang auf dem Gebiet der akuten myeloischen Leukämie. Seit 1996 wurden bis heute über 3600 Patienten mit AML innerhalb der verschiedenen Studien behandelt. Die hieraus gewonnenen therapeutischen, prognostischen und diagnostischen Fortschritte wurden in mehr als 60 Publikationen in hochrangigen Journalen dem Fachpublikum zugänglich gemacht. Damit waren und sind die SAL bzw. ihre Vorläuferstudiengruppen ein integraler Bestandteil des Kompetenznetzes Leukämien sowie der AML Intergroup. Metaanalysen zu einigen Entitäten der AML, wie die der CBF-Leukämien, der AML mit Trisomie 8 oder 11q23 Aberrationen, wurden maßgeblich von der SAL unterstützt oder federführend vorangetrieben. Für die Diagnostik und die Beratung wird den über 50 teilnehmenden Zentren ein umfangreicher, zeitnaher Service angeboten. Dieser Service reicht von der Bereitstellung von molekularen Befunden innerhalb von 48h über die Erstellung von kumulativen Befunden aus zentraler Zytologie, Immunphänotypisierung, Zytogenetikund HLA-Typisierung, sowie die Unterstützung bei der schnellen Spendersuche für Hochrisikopatienten bis hin zur detaillierten Therapieberatung und konsiliarischen Begleitung bei schwierigen Krankheitsverläufen. Über die vergangenen Jahre ist es der SAL gelungen für alle Entitäten der AML innovative Studien mit neuen Therapieverfahren, wie z.B. der remissions-induzierenden, sehr frühen allogenen Stammzelltransplantation, oder neuen Substanzen, wie Tyrosinkinaseinhibitoren, anzubieten. Durch den kooperativen und offenen Charakter der Studiengruppe, der wechselnde Allianzen bewusst zu lässt, ist es möglich auf aktuelle Entwicklungen schnell und flexibel zu reagieren und den Patienten ewissermaßen Studien am Puls der Zeit anbieten zu können. So wird es auch in Zukunft gelingen, die Therapieergebnisse bei der AML zu verbessern und den Weg hin zu einer individuellen Therapie weiter zu verfolgen. In unten stehender Abbildung sind das derzeitige Portfolio und die in naher Zukunft geplanten Studien der SAL dargestellt. (...)
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