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Projekt zur Entwicklung von Rezidivtherapien für die akute lymphatische Leukämie des Erwachsenen mit prospektiver Messung der individuellen in-vitro-Resistenz

Erstellt von: Mitnik , letzte Änderung: 21.02.2012

Bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) des Erwachsenen konnte in den vergangenen Jahrzehnten eine Verbesserung der Heilungsraten von unter 10% auf 40-50% erreicht werden. Trotz optimierter Primärbehandlung sind die Ergebnisse der Rezidivtherapie mit Überlebensraten von <10% bis 20% weiterhin schlecht.

Es gibt keine Standardrezidivtherapie, sondern in die Therapientscheidung sollten rationale Faktoren wie Alter, Subtyp, Verfügbarkeit zielgerichteter Therapien, Stadium, Lokalisation etc. eingehen. Mit Hilfe der MRD-Bestimmung können bereits beginnende Rezidive auf molekularer Ebene identifiziert werden. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rezidivtherapie sind dann bei geringerer Tumormasse und noch nicht aufgetretenen leukämieassoziierten Komplikationen besser.

Um eine Verbesserung der Prognose von Rezidiv-Patienten zu erreichen, die dann auch eine weitere Verbesserung der Gesamtergebnisse bei ALL erlaubt, ist ein strategisches Vorgehen mit kontinuierlicher Therapieoptimierung erforderlich. Dieses Ziel soll in zwei Teilprojekten verfolgt werden.

Im ersten Projektteil soll prospektiv eine abgestufte, rationale Vorgehensweise in der Rezidivtherapie in Form von Empfehlungen einer GMALL-Arbeitsgruppe erarbeitet und so Standards geschaffen werden. Die Empfehlungen umfassen auch Therapieblöcke mit innovativen Substanzen und aktuell laufende Studien. Alle Rezidive sollen zeitnah, möglichst bereits im molekularen Rezidiv, erfasst werden, um individuelle Therapiepläne zu erarbeiten. Die Kliniken sollen durch eine Beratungshotline und Internet-basierte Informationen unterstützt werden. Die Merkmale der Rezidivpatienten und die Ergebnisse der Rezidivtherapie werden detailliert dokumentiert und ausgewertet. Die Ergebnisse der optimierten Rezidivtherapie werden mit einer historischen Patientenkohorte verglichen.

Im zweiten Projektteil soll für alle Rezidivpatienten prospektiv eine Bestimmung der in-vitro-Resistenz gegenüber üblichen Zytostatika und neuen Substanzen erfolgen. Diese bei Erwachsenen-ALL erstmals erhobenen Ergebnisse sollen mit den Ansprechraten korreliert werden. Bei Therapieversagen sollen die Ergebnisse auch für die Entscheidung über die zweite Rezidivtherapie herangezogen werden. Durch vergleichende Untersuchungen soll der Resistenzstatus vor und nach Rezidivtherapie verglichen werden. Insgesamt wird angestrebt, eine Methode zu validieren, mit der die rationale Basis von Rezidivtherapien künftig deutlich verbessert werden könnte.

Es ist zu erwarten, daß aus dem Projekt wesentliche, bisher nicht verfügbare Daten gewonnen werden können, die auch internationale Beachtung finden. Bereits während der Laufzeit kommt das Projekt unmittelbar der Versorgung von Rezidivpatienten zu Gute. Die Prädiktion des Ansprechens mit Hilfe von in-vitro-Resistenztests könnte als wichtige Ergänzung in künftige Therapieentscheidungen integriert werden und auch zur rationalen und ökonomischen Vorgehensweise beim Einsatz neuer Substanzen beitragen.

Projektlaufzeit

01.07.2010 – 30.6.2013

Kontakt

Projektleitung
Dr. med. Nicola Gökbuget
Medizinische Klinik II
Universitätsklinikum
Theodor Stern Kai 7
60590 Frankfurt
E-Mail: goekbuget@em.uni-frankfurt.de
Tel: 069/ 6301 6365
Fax: 069/ 6301 7463

Projektmanagement
Katharina Mitnik
Medizinische Klinik II
Universitätsklinikum
Theodor Stern Kai 7
60590 Frankfurt
E-Mail: mitnik@med.uni-frankfurt.de
Tel: 069/ 6301 84237
Fax: 069/ 6301 7463

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