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Häufig gestellte Fragen

Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 29.11.2006, letzte Änderung: 16.12.2010

Inhaltsübersicht

  1. VM 26 (Teniposid)
  2. Chimärismus-Bestimmung nach allogener Blutstammzelltransplantation
  3. Vorgehen bei Methotrexat-Überdosierung
  4. Vermeidung akzidenteller intrathekaler Injektion von Vincristin
  5. Cannabinoide in der Leukämietherapie

Sie haben auch eine Frage, die häufig in Ihrem klinischen Alltag bzw. bei der Durchführung von Studien auftaucht?
Schreiben Sie uns:
info@kompetenznetz-leukaemie.de

VM 26 (Teniposid)

VM26 (Teniposid) ist Bestandteil des Zyklus VM26/ARAC in Woche 36 des GMALL 07/2003-Protokolls sowie des Zyklus A der Studie GMALL B-ALL/NHL 2002. Einige Patienten zeigen allergische Reaktionen, wie sie für dieses Medikament beschrieben sind.

FRAGE:
Gibt es eine Alternative zu Teniposid?

ANTWORT:
Im Fall allergischer Reaktionen besteht die Möglichkeit unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen VM26 (Teniposid) durch VP16 (Etopophos), einem Zytostatikum aus derselben Substanz-klasse zu ersetzen.

Es gibt allerdings keine Untersuchung / Empfehlung bezüglich der Äquivalenzdosis. Wir empfehlen daher, die Dosierung für Etopophos gemäß Herstellerangaben (siehe Fachinformation) zu berechnen. Eine ähnliche Dosierung wie für VM26 liegt im Rahmen dieser Empfehlungen.

Weiterhin ist zu beachten, daß in der Fachinformation darauf hingewiesen wird, daß VM26 nur in Behältnissen aus Glas oder Polyolefin-Kunststoff (PVC-freie Infusionssysteme) aufbewahrt bzw. infundiert werden darf. PVC-freie Infusionssysteme werden von den Klinik-Apotheken bestellt. Sie sind allerdings teurer als die Standard-Infusionssysteme. Wichtig ist, daß die PVC-freien Infusionssysteme nur in speziellen Perfusoren (z.B. BRAUN Infusomat 8700095 N) verwendet werden können. Um die vorgeschriebene Infusionsdauer von 1h einzuhalten, ist die Verwendung eines solchen Perfusors unverzichtbar.

Autorin:
Dr. med. Nicola Gökbuget - Studienkoordinatorin GMALL Studiengruppe
E-mail:goekbuget@em.uni-frankfurt.de

FAQ zum Download

FAQ_VM26.pdf

Chimärismus-Bestimmung nach allogener Blutstammzelltransplantation

Grundlagen:
Das Monitoring des Spender-Chimärismus nach allogener Blutstammzelltransplantation ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren, um frühzeitig ein Transplantatversagen oder ein Rezidiv der Grunderkrankung zu erkennen. Der Nachweis kann nach Transplantation von einem gegengeschlechtlichen Spender (weiblich/männlich bzw. männlich/weiblich) durch Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) mit Sonden für X und Y Chromosom nachgewiesen werden. Ein weiteres Verfahren, das vor allem in der gleichgeschlechtigen Situation angeboten wird, basiert auf der PCR-Amplifikation repetitiver DNA-Sequenzen (short tandem repeats; STR). Diese werden meistens in einer Multiplex-PCR amplifiziert und anschließend auf einem automatischen DNA-Sequenziergerät analysiert.
(Quelle: http://www.oncocenter.de/bereiche/haema/molek/molek2.htm )
Ein weiter entwickeltes Verfahren dient der Bestimmung des sog.Subset-Chimärismus (=Verhältnis Spender/Empfängerzellen für Subgruppen der Leukozyten) und kann möglicherweise eine bessere Trennschärfe und prognostische Wertigkeit erreichen. Weitere Methoden, z.B. auf der Basis der Real-Time PCR, befinden sich in der klinischen Testung.

Labors:
Diese Methoden werden z.B. von folgendem Labor angeboten:
Labor Molekulare Diagnostik
PD Dr.med.C.Thiede
Medizinische Klinik Und Poliklinik I
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
an der Technischen Universität Dresden
Fetscherstr. 74
D-01307 Dresden
E-mail: thiede@mk1.med.tu-dresden.de
Tel. 0351 458 4680/5628
Fax: 0351 458 5362

Vor Einsendung des Materials sollte die Kostenübernahme geklärt werden.

Weitere Labors können auf Anfrage gerne in diese Liste aufgenommen werden.
Bitte hierzu ggf. eine e-mail an folgende Adresse schicken: info@kompetenznetz-leukaemie.de

Procedere:

Folgendes Material wird vom Spender und Empfänger benötigt:

Empfänger
einmalig
(vor Transplantation)
Vor Transplantation: peripheres Blut o. Knochenmark (s.u.)Nach der Transplantation, wenn kein Material vor der Transplantation abgenommen wurde: Wangenschleimhautabstrich; vorherige Mundspülung unbedingt erforderlich (bitte Rücksprache nehmen)
mehrmals
(nach Transplantation)*
Peripheres Blut (10-20 ml, je nach Zellzahl) oder Knochenmark (1-2 ml), Li-Heparin oder EDTAFür Subset-Untersuchungen (nur nach vorheriger Rücksprache): ~50 ml Blut (z.B. 6 x 8 ml Li-Heparin-Monovetten), 5 ml Knochenmark in 20 ml Spritze (Li-Heparin 0,5 ml vorlegen)
Spender
einmaligBlutprobe (Heparin)

*Verschiedene Kontrollzeitpunkte

Das für Subset-Untersuchungen sollte das Material möglichst vormittags abgeschickt werden, damit ein Eingang am nächsten Tag gewährleistet ist, evtl. sollte ein Kurierversand genutzt werden. Ein Versand direkt vor dem Wochenende ist nicht zu empfehlen, da das Material dann für diese Untersuchung nicht mehr eingesetzt werden kann. Für normale (=nicht-Subset) Chimaerismus-Untersuchungen ist der Versand am Freitag unkritisch, der Transport kann mit der regulären Post erfolgen.

Literatur:

  1. Thiede C., Bornhauser M., Oelschlagel, U. et al. Sequential monitoring of chimerism and detection of minimal residual disease after allogeneic blood stem cell transplantation (BSCT) using multiplex PCR amplification of short tandem repeat-markers. Leukemia 2001 Feb; 15 (2): 293-302
  2. Thiede C., Lutterbeck K., Oelschlagel U. et al: Detection of relapse by sequential monitoring of chimerism in circulating CD34+ cells. Ann Hematol. 2002; 81 Suppl.2: S27-8
  3. Thiede C, Bornhäuser M, Ehninger G. Strategies and Clinical Implications of Chimerism Diagnostics after allogeneic stem cell transplantation. Acta Haematologica 2004, 112:16-23
  4. Thiede C, Diagnostic chimerism analysis after allogeneic stem cell transplantation : new methods and markers, Am J PharmacoGenomics 2004, 4:177-188

FAQ zum Download

FAQ_Chimaerismus.pdf

Vorgehen bei Methotrexat-Überdosierung

Hinweise zum Vorgehen bei Methorexat-Überdosierung sowie das entsprechende pdf Dokument zum Download finden Sie bei den GMALL FAQ.

Vermeidung akzidenteller intrathekaler Injektion von Vincristin

FRAGE:
Es gibt zahlreiche Berichte über die versehentliche intrathekale Applikation von Vincristin. Was kann getan werden, um dieses Risiko zu minimieren?

ANTWORT:
Es besteht die Möglichkeit, die intravenöse Vincristin-Dosis in kleine Infusionsbeuteln a 50ml zu verpacken und diese als Kurzinfusion über 10 - 15 Minuten zu applizieren. Damit könnte das Verwechseln von Spritzen und damit das Risiko einer akzidentellen intrathekalen Applikation vermieden werden.

Die Autoren merken an, dass dieses Procedere bereits in den meisten australischen Krankenhäusern Anwendung findet.

Nachzulesen in:
Angela Stefanou, Michael Dooley
Peter MacCallum Cancer Centre, Victoria, Australia
(J Clin Onc, Vol21, No10, (May 15), 2003, pp 2044 - 2047)

Cannabinoide in der Leukämietherapie

FRAGE:
Gibt es eine Grundlage für den Einsatz von Cannabinoiden in der Leukämie-Therapie

ANTWORT:
Mit dem Begriff „Cannabinoide“ ist im medizinischen Kontext in erster Linie THC
gemeint. Cannabinoide werden vor allem in der Supportivmedizin eingesetzt.
Es gibt eine Reihe von Hinweisen auf die apoptotische Wirkung von THC in
vorklinischen Versuchen. Die Grundlagenforschung bezüglich THC und Krebs ist
jedoch noch am Anfang. Ein Forschungsansatz ist die Synthese von THC-analogen Stoffen, die für den CB2-Rezeptor selektiv sind.
Daten aus klinischen Studien an Patienten liegen noch nicht vor.

FAQ zum Download

Cannabinoide_Final 24_04_06.pdf

Printing Date: 07.02.2012   ©  2006-8 ELIC European Leukemia Information Center