
Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 12.02.2007, letzte Änderung: 12.02.2008
Autor: Prof. Dr. Harald Rieder, Universität Düsseldorf (nach Protokollen der AG Tumorgenetik, Philipps-Universität Marburg)
Kulturtechniken
(18KB)
Für alle Arbeiten sind puderfreie Handschuhe zu tragen, bei Arbeiten mit Fixativ zusätzlich Augenschutz. Es werden für den Kulturansatz nur sterile Materialien und Medien verwendet.
Vorher vorbereitet:
ausgetestetes FCS im Kühlschrank auftauen lassen, in den vom Labor bevorzugten, sterilen 10 ml Zentrifugenröhrchen in 1 ml Portionen vorlegen (ev. Cytokine hinzugeben) und bis zur späteren Verwendung einfrieren
Lösungen:
hypotone KCl-Lösung 0,075 M, RT · Carnoy´s Fixativ (Abwandlung): Ethanol:Eisessig = 3:1, -20°C kalt
Vorgehen:
Trübung prüfen:
Da am Mattrand eher hoch aufgetropfte Metaphasen sind, am anderen Ende dagegen niedrig aufgetropfte Zellen, muß anhand bereits erstellter OT die Metaphasenqualität in Abhängigkeit von ihrer Lage auf dem OT geprüft werden, so daß die neuen Präparate jenachdem von vorneherein eher nur hoch oder eher nur niedrig aufgetropft werden. Hierzu genügt u. U. ein Blick auf die fotografierten Metaphasen und die dazugehörigen Fotozettel, da anhand der Koordinaten die Lage der fotografierten Metaphasen klar wird. Auf keinen Fall mittels weitere Zugabe von Essigsäure die Chromosomenspreitung zu verbessern suchen. Dies ist fatal für die GAG-Bänderung!
Achtung! Wichtige generelle Anmerkungen
Für Labofuge R: alle nun folgenden Zentrifugationen erfolgen mit langsamer Beschleunigung, damit die Zelle möglichst im Zentrum des Rundbodens der Röhrchen landen und der Überstand so weit wie möglich abpipettiert werden kann. Deshalb die Bremse beim Anlaufen inaktivieren und nach Erreichen der erwünschten Drehzahl wieder einschalten. Bremsabschaltzeitpunkt auf "0" setzen.
Für Abschlürfen des Überstandes nur Pasteurpipetten mit glatter Pipettenspitze verwenden, damit das Sediment nicht frühzeitig aufgewirbelt wird. Für eine exakte Beobachtung des Sedimentes immer eine Lichtquelle als Hintergrund verwenden. Abschlürfen des Kulturmediums und der hypotonen KCl-Lösung immer entlang des Meniskus unter genauer Kontrolle des Sedimentes, da Proteinschlieren ein frühzeitiges Aufwirbeln des Sedimentes verursachen können. Abschlürfen des Fixativ bei Waschschritten nur bis zu Beginn der Bodenrundung; Abschlürfen des Fixativ nach letztem Waschschritt vor Auftropfen der Suspension soweit wie möglich. Hierzu nach Erreichen der Rundung des Bodens langsam entlang des Meniskus das Fixativ abschlürfen. Dabei die Pipette kaum noch bewegen. Durch das eigene Zittern kommt immer noch genug Fixativ in die Pipette. Gequollene Zellen sind außerordentlich fragil. Daher nach hypotoner Lösung und vor Fixierung auf keinen Fall die Suspension auf und ab pipettieren. Fixierte Zellen nur so viel wie unbedingt nötig durch die Pipette bewegen. Kein unnötiges Aufnehmen oder Durchpipettieren der Suspension. Alle Pipettieraktionen so selten und schonend wie möglich. Auf keinen Fall die Supension vehement pipettieren.
Sobald die Colcemidzugabe erfolgt ist, kann eine Unterbrechung der Präparation erst nach dem 1. Fixierungsgang erfolgen. Sollte die Präparation vor dem 3. Fix-Waschgang unterbrochen werden, die Zellen auf keinen Fall einfrieren, sondern in den Kühlschrank stellen. Zellen können im Kühlschrank 1-2 Tage stehen. Erst nach dem 3. Fix-Vorgang können die Zellen eingefroren werden. Fixierte Zellen sind bei -20°C in Fixativ gelagert über 10 Jahre halbar