
Erstellt von: Hellenbrecht (Infozentrum Projekt 2) , am: 12.02.2007, letzte Änderung: 12.02.2008
Autor: Prof. Dr. Harald Rieder, Universität Düsseldorf
Die Bänderung von Chromosomen ermöglicht im Gegensatz zur einfachen (konventionellen) Giemsa-Färbung (Sortierung der Chromosomen nach Habitus und Größe) eine eindeutige Identifikation der einzelnen Chromosomen. Je nachdem welche Färbemethode angewendet wird, werden unterschiedliche Bereiche im Chromosom hell oder dunkel angefärbt. Anhand des so entstandenen, für jedes Chromosomenpaar typischen Bandenmusters, kann je nach Bandenstadium (bphs: bands per haploid set) eine Zuordnung stattfinden; numerische und strukturelle Aberrationen können identifiziert werden.
Die in der Tumorzytogenetik am häufigsten verwendete Methode ist die G-Bänderung mit Giemsa-Farbstoff.
Acetic Saline und Giemsa (ASG)/(GAG)-Chromosomenbanden-Färbung 1-2
(Protokoll der AG Tumorgenetik, Philipps-Universität Marburg) modifiziert nach Fonatsch 3
konventionelle Chromosomenpräparationen 1-3 Tage altern lassen, notfalls 1h bei 60° backen
30 ml Plastikküvetten mit Schraubverschluß (z.B. Merck Best.-Nr. 631A9150)
1-2 OT in Küvette stellen, mit Acetic Saline bis zum Mattrand auffüllen und Deckel aufschrauben bei 59°C 6-16h inkubieren.
OT aus Acetic Saline nehmen, OT bei Raumtemperatur für 2-3 min. in Giemsa-Färbelösung färben (erst die OT in die Färbeküvette, dann die Färbelösung zugeben, nach der Färbedauer abkippen, so zieht sich keine schlierige Schicht auf den OT), stehend lufttrocknen, anschließend Kontrolle der Färbung am Mikroskop (falls nicht ausreichend, für einige Minuten in der Giemsa-Färbelösung nachfärben). Für mindestens 30 min. bei 59°C im Wärmeschrank trocknen, anschließend in z.B. Corbit o.ä. eindecken.
C-Banden-Darstellung mit Giemsa-Farbstoff zur Sichtbarmachung der zentromerischen Regionen der Chromosomen
Es können ungefärbte, ca. einen Tag gealterte Präparate, oder vorher Fluoreszenz (R- oder Q-Banden) gefärbte und in Ethanol 96% entfärbte Präparate verwendet werden.
Alle Lösungen werden nach dem Gebrauch verworfen
Trockene Präparate werden bei Raumtemperatur 50-60 Minuten in 0.2N HCl gestellt, anschließend für 5 min. bei RT in 5% BaOH stellen, danach gründlich unter Leitungswasser abspülen(alle seifigen Flocken entfernen). Im Anschluß daran werden die Präparate für 60 min. bei 60°C in der 2xSSC inkubiert. Danach werden sie in Sörensen Puffer pH 6,8 bei Raumtemperatur abgespült und abgekühlt. Jetzt werden die noch feuchten Präparate für 30 min. in der 14%igen Giemsalösung gefärbt (erst die Präparate in die Küvette stellen, dann die Färbelösung zugeben). Die Präparate unter fließendem Wasser abspülen und stehend trocknen lassen. Färbung im Durchlicht prüfen, wenn die Färbung gelungen ist, ggf. mit Corbit eindeckeln.
Weitere Möglichkeiten zur Sichtbarmachung der Zentromere sind das Anfärben mit DAPI, sowie gleichzeitges Färben mit Distamycin und DAPI (dabei erhält man gleichzeitig R- und C-Banden).
Achtung: Quinacrin ist mutagen, Vorsicht beim Umgang.
Es können frische oder ältere, vorher konventionell Giemsa-gefärbte und anschließend entfärbte, vorher R-gebänderte und entfärbte Präparate verwendet werden (nach dem Entfärben sollten sie mindestens 2 Stunden bis über Nacht in 96% Ethanol im Kühlschrank gestanden haben).
Die entsprechenden Metaphasen werden am besten schon vorher im Durchlicht an konventionell Giemsa-gefärbten Präparaten oder im Phasenkontrast (ungefärbt) gesucht und notiert.
Präparate in die Quinacrinlösung stellen , mindestens 45 Minuten färben.
Präparate aus der Farbe nehmen, Farbe ablaufen lassen, nacheinander spülen in:
Auf das nasse Präparat ein Deckgläschen legen (am besten senkrecht fallen lassen, Luftbla-sen vermeiden), überschüssigen Puffer im Trockenblock ausdrücken. Das Präparat kann sofort verwendet werden.
Die Präparate werden in einer feuchten Küvette (McIlvaine´s Puffer) im Kühlschrank aufge-hoben, ggf. kann erneut mikroskopiert werden.
mit Chromomycin A3 und Methylgrün
Achtung: alle verwendeten Fluoreszenzfarbstoffe sind mutagen, Vorsicht im Umgang.
Es können unvorbehandelte oder vorher konventionell Giemsa-gefärbte und anschließend wieder entfärbte Präparate verwendet werden (2 Stunden bis über Nacht in 96%-Ethanol). Am besten werden vor der Färbung geeignete Metaphasen im Phasenkontrast oder Durchlicht gesucht und notiert.
Das trockene Präparat mit 3-4 Tropfen Chromomycin A3-Gebrauchslösung beschichten, Deckgläschen blasenfrei auflegen, in eine dunkle Kammer legen, 30 min (oder länger) bei RT färben.
Anschließend das Deckgläschen vorsichtig abheben, 5 min. in frischer Methylengrün-Gebrauchslösung in lichtundurchlässiger Küvette färben, 2x mit Glycerin für Fluoreszenz-mikroskopie abspülen, mit einem Deckgläschen eindeckeln und bis zur Verwendung in eine dunkle Kammer legen.
Fluoreszenzmikroskop 50W mit Zeiss-Filter 05 (ca. 10 min vorer) einschalten.
Die gebänderten Metaphasen können in der Regel sofort oder nach ein bis drei Tagen im Kühlschrank (eventuell bessere Bänderung) angesehen werden.
Die Färbung wird erst durch das UV-Licht der Fluoreszenzbirne angeregt (ausreifen), nach wenigen Sekunden im UV-Licht werden die Banden immer heller bis die Metaphase 'wegzubrennen' beginnt und kein Kontrast mehr zu sehen ist. Dieser Vorgang ist irreversibel und abhängig von der Betriebsdauer der Lampe und deren Wattzahl.
Die Präparate werden in einer feuchten Küvette (McIlvaine´s Puffer) im Kühlschrank aufbewahrt; sie sind dort lange haltbar und zeigen auch nach Wochen noch zufriedenstellende Ergebnisse.
Falls der gleiche OT anschließend für Q-Banden gefärbt werden soll:
Objektträger 3x in absolutem Ethanol (100%) waschen und anschließend nacheinander in Carnoy`s Fixativ und A. dest. spülen. Bis zur weiteren Bearbeitung in 96%igem Ethanol aufbewahren.
(Protokoll nach A. Knopp, Universität Rostock)
Chromomycin A:
McIlvaine´s Puffer/MgCl2 1:1 mit Aqua dest. verdünnen, Chromomycin A3 in einer Konzentration von 0,5 mg/ml darin auflösen. Puffer langsam zum Chromomycinpulver zugeben und über Nacht bei 4°C ruhig stehen lassen; im Kühlschrank lichtgeschützt lagern.
Distamycin A:
Distamycin A mit McIlvaine´s Puffer auf 0,05 - 0,1 mg/ml verdünnen; bei -20°C lagern.
DAPI:
Stammlösung: DAPI in einer Konzentration von 0,1 mg/ml in Aqua dest. lösen, portionieren, bei -20°C lagern.
Gebrauchslösung: Stammlösung 1 : 10 McIlvaine´s Puffer auf 0,01 mg/ml verdünnen.
Zur Färbung der Chromosomen auf die luftgetrockneten Objektträger einen dicken Tropfen Chromomycin mit 10% Paraformaldehyd geben, mit einem Deckglas luftblasenfrei einde-cken, 2 Stunden in einer feuchten Kammer färben. Anschließend mit Aqua dest. abspülen und trocknen.
Objektträger mit Distamycin eindecken, 10 - 15 min färben, mit Aqua dest. abspülen und trocknen.
Objektträger mit DAPI eindecken, 20 min färben, anschließend mit Aqua dest. abspülen und trocknen. McIlvaine´s Puffer/MgCl2 1:1 mit Glycerin verdünnen, die Objektträger mit einem Tropfen eindecken, im Filterblock gut ausdrücken und mit Klebstoff luftdicht verschließen.
Die Banden sind nach 3 Tagen Lagerung der OT im Kühlschrank am besten.
Benötigte Filter (Zeiss Axiophot):
R-Banden |
C-Banden | |
|---|---|---|
Farbspektrum: |
violett-blau |
ultra-violett |
BP=436 |
BP=365 | |
FT=460 |
FT=395 | |
LP=470 |
LP=397 |