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Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung in der Immunphänotypisierung

Erstellt von: Infozentrum (Projekt 2) , am: 09.08.2006, letzte Änderung: 12.02.2008


R. Schabath, C. Witt, W.-D. Ludwig, Charité-Universitätsmedizin Berlin für Teilprojekt 4 (aus Rundbrief Nr. 9, Juni 2005)

Die Immunphänotypisierung ist eine technisch anspruchsvolle Methode, die verschiedensten Beeinflussungsfaktoren unterliegt.
Diese können zu falschen Messungen bzw. Ergebnissen und somit schließlich zu Fehlinterpretationen führen. Um die unterschiedlichen Störfaktoren möglichst zu minimieren, ist die Einführung und Anwendung einheitlicher Standard Operating Procedures (SOP) unabdingbar. Innerhalb unseres Projektes haben wir hierzu verschiedene SOP erstellt, die für die wesentlichen Arbeitsschritte - beginnend bei der Probengewinnung bis zur Messung der Proben – ein einheitliches Vorgehen vorschlagen. Weitere Schritte hin zu einer Vereinheitlichung der durchflußzytometrischen Diagnostik werden in Absprache mit anderen international tätigen Gruppen im Rahmen des European Leukemia Net (ELN) durchgeführt. Zur Qualitätssicherung der immunologischen Diagnostik haben sich Ringversuche bewährt, die wir seit 2001 jährlich mit Unterstützung von Instand e.V. durchführen. Diese sollten idealer Weise alle Schritte der Immunphänotypisierung (präanalytisch, analytisch und postanalytisch) umfassen und zur Vermeidung erkannter Fehler in der Zukunft beitragen. Zunächst lag der Schwerpunkt auf der post-analytischen Phase – hauptsächlich der Dateninterpretation. Durch den Versand von Listmode-Daten und Ausstrichpräparaten von Patienten an die einzelnen Kliniken sollte die Gating-Strategie und die diagnostische Genauigkeit überprüft werden. Gefragt wurde jeweils nach: (1) der morphologischen Diagnose, da der Blick durch das Mikroskop zur einer rationalen Auswahl des Antikörperpanels nach wie vor unabdingbar ist; (2) der Diagnose gemäß Immunphänotyp (Abb. 1); (3) dem Anteil an malignen Zellen in der jeweiligen Probe; (4) einer quantitativen Einschätzung physiologischer Zellpopulationen und (5) weiterführenden Untersuchungen,die eine sinnvolle Ergänzung darstellen könnten. Insgesamt meldeten sich in jedem der drei bisher durchgeführten Ringversuche über 80 Teilnehmer aus Deutschland und dem benachbarten Ausland an (Abb. 1). Über 95% der Labore konnten im Schnitt erfolgreich zertifiziert erden. Von den nicht zertifizierten Teilnehmern wurden Diagnosen gestellt, die zu falschen therapeutischen Entscheidungen geführt hätten. 2004 verschickten wir zum ersten Mal auch natives Probematerial, um die prä-analytische und analytische Arbeitsphase der Labore zu erfassen. Während sowohl bei der Befundung der Listmode-Daten als auch des nativen Materials weitgehend richtige Diagnosen gestellt wurden, gab es eine große Spannweite bei der quantitativen Erfassung der Zellpopulationen (Abb. 3). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass im Bereich der Durchflußzytometrie weitere Bestrebungen zur Standardisierung und Qualitätssicherung dringend notwenig sind. Die reine Evaluation der diagnostischen Kompetenz der Labore muss durch Bestrebungen zur Standardisierung und Weiterbildung begleitet werden. Wie bisher werden wir die kommenden Ringversuche unter Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrungen weiterentwickeln

Abbildung 1: Ringversuchsteilnehmer 2004

 

Abbildung 2: Beispiel einer AML aus dem Ringversuch 2004, Positivität für CD13 und CD34

 

Abbildung 3: Quantitative Erfassung maligner Zellpopulationen. Beispiel aus 2004.

 

 

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